Sponsoring bei Olympia

09.Juli 2008

Eine so groß angelegte Veranstaltung wie die Olympischen Spiele kostet eine nicht unwesentliche Summe Geld. Ein großer Teil der Kosten wird über Sponsoren gedeckt, die als Gegenleistung mit den fünf Ringen, dem offiziellen Symbol der Olympischen Spiele, werben dürfen.Die diesjährigen Spiele werden unter anderem von Visa, Coca-Cola, Adidas und McDonalds finanziell unterstützt. Von der Investition erhoffen sich die Unternehmen eine vermehrte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und damit einen höheren Absatz ihrer Produkte.

Durch die Proteste während des Fackellaufes, die Chinas Tibetpolitik in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt und die Brisanz von Chinas Unterstützung der Regierung des Sudans wieder verdeutlicht haben, sehen sich die Sponsoren jedoch in einem Zwiespalt. Ihre aktive Unterstützung der Spiele könnte einen nicht unbedeutenden Imageschaden nach sich ziehen. Presse und Öffentlichkeit sehen die Investoren in einer moralischen Verpflichtung, ihre Entscheidung gegen das Sponsoring würde als Stellungnahme für die Menschenrechte gewertet.

Die Unternehmen möchten diesen Forderungen jedoch nicht Folge leisten. Immer wieder betonen die Sprecher, die Olympischen Spiele sollten als eine politikfreie Veranstaltung betrachtet werden; der Austragungsort biete nur die Rahmenbedingungen für den reibungslosen Ablauf.

Ganz so einfach ist die Situation dennoch nicht, denn China wird nicht unwesentlich von den Olympischen Spielen profitieren. Hier ist vor allem der Gewinn der Tourismusbranche durch die anreisenden Zuschauer aus der ganzen Welt zu nennen. Dementsprechend bedeutet eine Unterstützung der Spiele in gewissem Maße auch eine Unterstützung des Landes, in welchem sie stattfinden. Ferner bieten die Spiele auch chinesischen Firmen eine Plattform, sich selbst und somit China als Industrienation darzustellen.

Bereits jetzt wurde das Logo der Olympischen Spiele von Menschenrechtsaktivisten abgeändert: die fünf bunten Ringe wurden durch fünf ineinander greifende Handschellen ersetzt. Es ist davon auszugehen, dass während der Spiele vermehrt Protestaktionen stattfinden werden. Bleibt zu hoffen, dass diese gewaltfrei ablaufen und ausschließlich die sportlichen Leistungen der Aktiven für Schlagzeilen sorgen.

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