Der olympische Frieden

Wie der Großteil des olympischen Zeremoniells hat auch der Olympische Frieden seinen Ursprung in der Antike. Bereits zu den ersten Spielen schlossen griechische Stämme ein Abkommen, welches die sicherer An- und Abreise der Sportler und Zuschauer und den friedlichen Ablauf der Wettkämpfe gewährleisten sollte. Bereits einige Monate vor Beginn der Veranstaltung trat diese Waffenruhe in Kraft und dauerte, bis auch der letzte Athlet seinen Heimatort gesund erreicht hatte. Dieser Pakt sollte den Sportlern auch im Land des Feindes unbedingten Schutz gewähren. Hinter dem Abkommen stand der Gedanke, die Wettkämpfe für alle auch nach außen hin als heilig zu kennzeichnen; die Spiele fanden zu Ehren der Götter statt, und ihnen zu Ehren sollten sie ungestört von politischem Zwist abgehalten werden. Jedoch wurde der olympische Frieden mehrmals gestört, denn die Arkadier und die Spartaner griffen den Austragungsort Elis an um auf diese Weise die Spiele an sich zu reißen. Gelungen ist es ihnen jedoch nicht. Bis zu ihrer Abschaffung durch den ersten christlichen Kaiser im Jahr 394 n. Chr. wurden die Spiele in Elis ausgetragen.

Mit Wiedereinführung der Olympischen Spiele wurde auch der Gedanke des olympischen Friedens wieder belebt. Die Umsetzung ist jedoch keineswegs einfacher geworden. Immer wieder wurde die Veranstaltung von politischen Ereignissen überschattet. So wurden im Jahr 1972 bei den Spielen in München insgesamt elf israelische Sportler von Mitgliedern der palästinensischen Organisation „Schwarzer September” erst als Geiseln genommen und später getötet. Hintergrund war die Hoffnung der Palästinenser, die israelische Regierung durch diese Gefangennahme dazu bewegen zu können, palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen frei zu lassen. Die israelische Regierung ließ sich jedoch auf keinen Handel ein.

Die Spiele 1980 in Moskau wurden von insgesamt 64 Staaten boykottiert. Hintergrund war der umstrittene Einmarsch sowjetischer Truppen ins benachbarte Afghanistan mit dem Ziel, die amtierende Staatsmacht zu stürzen. Der Boykott rief keine Änderung der politischen Situation hervor, einzige Antwort war die darauf folgende Nichtteilnahme vieler Ostblockstaaten an der Olympiade 1984 in Los Angeles.

Nun wird ein sportliches Ereignis keineswegs direkten Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen oder gar Frieden auf der Welt schaffen können, trotzdem kann Sport verbinden, wie gerade bei der Fußball-WM erlebt. Menschen unterschiedlicher Nationen erlebten die spannenden Spiele gemeinsam, erfreuten sich an den Leistungen der Mannschaften, gratulierten und trösteten sich. Dieser Friede im Kleinen wird sicherlich auch während der Olympischen Spiele in Peking die Welt wieder ein wenig zusammenrücken lassen.

jetzt kommentieren? 20. Juli 2008

Luz Long und Jesse Owens

Olympia ist eine Veranstaltung, in der aufgrund der Größe die Erlebnisse Einzelner meist untergehen. Nicht so jedoch die Geschichte von Luz Long und Jesse Owens.Die beiden Sportler fanden sich 1936 als Widersacher zu den Olympischen Spielen in Berlin ein, wo sie im Weitsprung gegeneinander antraten. Während Luz Long sich ohne Schwierigkeiten für das Finale in dieser Disziplin qualifizierte, hatte Jesse Owens Probleme mit seinem Anlauf. Nach dem zweiten ungültigen Versuch nahm Long seinen Konkurrenten zur Seite und gab ihm wertvolle Tipps, die dieser in seinem dritten Versuch umsetzte und so ebenfalls den Sprung ins Finale schaffte.

Am Ende ging Jesse Owens mit einer gesprungen Weite von 8,06 Metern als Sieger aus dem Wettkampf hervor, Luz Long unterlag knapp mit 7,87 Metern und erhielt die Silbermedaille. Doch statt sich darüber zu ärgern, gratulierte Long dem Sieger. Viele Jahre später verlieh das Internationalen Olympischen Komitee Luz Long posthum für sein vorbildliches Verhalten die Pierre-de-Coubertin-Madaille. Diese Auszeichnung gilt als die höchste unter Sportlern.

Jesse Owens konnte bei den Spielen in Berlin über seinen Erfolg im Weitsprung hinaus auch im Kurzstreckenlauf über 100 und 200 Meter und im Staffellauf Goldmedaillen in Empfang nehmen. Vor allem die Tatsache, dass er diese Triumphe vor den Augen Adolf Hitlers feierte, brachte dem schwarzen Läufer den Status des Superstars ein. Nach der äußerst erfolgreichen Teilnahme an den Olympischen Spielen gab Owens seine Karriere als Leistungssportler jedoch auf und wechselte ins Showgeschäft. Von nun an trat er in Schauläufen gegen andere Läufer und sogar gegen Pferde an. Mehr über sein bewegtes Leben kann in der Autobiographie „The Jesse Owens Story” nachgelesen werde, die 1970- allerdings nur in Englisch- erschien.

Den Sportlern zum Andenken wurden Straßen nach ihnen benannt: Zum einen die Jesse-Owens-Allee in der Nähe des Berliner Olympiastadions, zum anderen der Luz-Long-Weg nahe der Universität Leipzig.

Trotz der Freundschaft, welche sich bei der Olympiade 1936 zwischen den Sportlern entwickelte, haben sich die beiden Männer nicht noch einmal gesehen, denn Luz Long starb 1943 während des 2. Weltkrieges auf Sizilien.

jetzt kommentieren? 18. Juli 2008

Der olympische Eid



Bereits bei den Olympischen Spielen der Antike war es Tradition, dass die Athleten schworen, die Regeln der Wettkämpfe zu achten und sich den Mitstreitern gegenüber fair zu zeigen.Bei den Spielen 1920 in Antwerpen wurde dieser Brauch wieder eingeführt. Seither wird vor Beginn der Sommer- und auch der Winterspiele der Olympische Eid geschworen. Durch die Größe der Veranstaltung ist es nicht möglich, dass jeder Sportler den Eid persönlich ablegt, deshalb spricht einer der Athleten des Austragungslandes den Schwur stellvertretend für alle Teilnehmer in der Amtssprache. In Antwerpen fiel diese Ehre dem Fechter Victor Boin zu. Er sprach die Worte, die lange Zeit der offizielle Eid der Olympischen Spiele blieben: „Wir schwören, dass wir an den Olympischen Spielen als ehrenwerte Kämpfer teilnehmen, die Regeln der Spiele achten und uns bemühen werden, ritterliche Gesinnung zu zeigen, zur Ehre unseres Vaterlandes und zum Ruhme des Sports.”

Im Jahr 1964, bei den Spielen in Tokio, wurde eine andere Version des Eides eingeführt. Von nun an lautete er: „Im Namen aller Teilnehmer verspreche ich, dass wir uns bei den Olympischen Spielen als loyale Wettkämpfer erweisen, ihre Regeln achten und teilnehmen im ritterlichen Geist zum Ruhme des Sports und zur Ehre unserer Mannschaften.”

Eine weitere Neuerung gab es im Jahr 2000, als die Spiele in Sydney stattfanden. Die Zunahme des Dopings unter den Sportlern gab Anlass, den Eid um eine Passage zu erweitern, welche die Abkehr von Aufputschmitteln beinhaltet: „Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft.”

Ebenfalls Tradition ist es, auch die Schiedsrichter ihre Unvoreingenommenheit schwören zu lassen: „Bei meiner Ehre erkläre ich, dass ich mich als Kampfrichter nur vom Geiste der sportlichen Fairness und der Würde des Sports leiten lassen werde. Ich verpflichte mich, die gezeigten Leistungen ohne Rücksicht auf die Person oder die Nation gewissenhaft zu beurteilen.”

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich weder die Athleten noch die Unparteiischen unbedingt an den geleisteten Schwur halten. Auch bei den bevorstehenden Spielen wird wieder der Olympische Eid geleistet. Es bleibt abzuwarten, wie ernst er in diesem Jahr genommen wird.

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Die Ursprünge- Olympia in der Antike



Die Olympischen Spiele in ihrer heutigen Form beruhen auf einer langen Tradition. Bereits etwa 770 v. Chr. fanden auf der griechischen Halbinsel Peloponnes Wettkämpfe statt, auf welche die Olympiade zurückzuführen ist. Auch der Name „Olympiade” leitet sich daher ab, denn sowohl der Ort, an welchem das Turnier ausgetragen wurde, als auch die Zeit, die zwischen den Spielen verging, wurde damit benannt. Die Stätte „Olympia” war heilig und Zeus geweiht. Die Veranstaltung wurde zu Ehren der Götter, insbesondere zur Huldigung Zeus’ Mutter Rhea gehalten. Ganz ähnliche Wettkämpfe fanden auch in anderen Provinzen Griechenlands statt, unter anderem in Delphi, wo Apoll, der Gott der Künste und des Maßes geehrt wurde.Entgegen unserer Spiele bestand die Olympiade in der Antike ursprünglich lediglich aus einem Wettkampf: dem Wettlauf über rund 200 Meter. Der Sieger erhielt einen Kranz aus Olivenzweigen und durfte die heilige Flamme vor dem Zeusaltar entzünden. Den Platzierten wurde keinerlei Anerkennung zuteil. Zugelassen für den Wettkampf waren nur freie griechische Männer von guter Abstammung. Da diese sich ihrer Konkurrenz gänzlich unbekleidet stellten, durften verheiratete Frauen nicht zusehen.

Die Spiele wurden nach und nach durch weitere Wettkämpfe erweitert, so dass die ursprünglich nur einen Tag dauernde Veranstaltung schließlich auf fünf Tage erweitert wurde. Die Sportler konnten nunmehr im Ringen, Laufen, Boxen und im Fünfkampf ihre Überlegenheit demonstrieren. Der antike Fünfkampf (auch: Pentathlon) bestand aus den fünf Disziplinen Speer- und Diskuswurf, Sprung, Lauf und Ringen. Weiter fanden auch Wettbewerbe in der Disziplin „Pankration” statt, einer Mischung aus Boxen und Ringen, deren einzige Regeln die Verbote von Beißen und Augeneindrücken waren. Treten, schlagen, kratzen und würgen dagegen waren erlaubt. Ein Sieg war nur durch Aufgabe des Gegners zu erreichen; nicht selten starb einer der Athleten während des Wettkampfes.

Ebenfalls alle vier Jahre, jedoch zeitlich zwei Jahre zu den Olympischen Spielen versetzt, fanden Wettkämpfe ausschließlich für Frauen statt. Diese waren der Göttin Hera geweiht, der Schwester Zeus, die zur Wahrung des ehelichen Glücks und für eine leichte Niederkunft angerufen wurde.

Doch neben all den Unterschieden finden sich auch Gemeinsamkeiten zwischen den Spielen der Antike und unseren Olympischen Spielen. So wie die heutige Olympiade fanden auch die damaligen Wettkämpfe im Hochsommer statt und begannen mit einer Zeremonie, in welcher alle Athleten den Eid ablegen mussten, den Frieden der Spiele zu wahren.

Ein Ende fanden die Spiele der Antike vermutlich unter dem römischen Kaiser Theodosius I., der diesen heidnischen Brauch etwa 400 n. Chr. abschaffte.

Im Jahr 1894 wurden die Wettkämpfe durch Pierre de Coubertin wieder belebt, jedoch mit wechselnden Austragungsorten.

jetzt kommentieren? 17. Juli 2008

Olympia für Sammler

Rund um die Olympiaden werden die unterschiedlichsten Produkte angeboten, die für Sammler interessant sind: Briefmarken, Autogrammkarten, offizielle Souvenirartikel, Aufkleber und vieles, vieles mehr. Der Preis richtet sich nach der Größe und vor allem der Häufigkeit der begehrten Sammlerstücke.Besonders begehrt sind die offiziellen Olympiabücher, die nach den Spielen in Druck gehen und den Verlauf, die Ergebnisse und besondere Ereignisse bebildert wiedergeben. Die Bücher der neueren Spiele wurden in einer ausreichend großen Auflage gedruckt und sind noch immer neu verfügbar, die meisten älteren sind gebraucht für einen geringen Betrag zu kaufen. Es gibt jedoch eine Olympiade, deren offizielles Kompendium in deutscher Sprache in kaum einer privaten Sammlung vorhanden ist: das der Olympischen Sommerspiele 1948 in London.

Während des zweiten Weltkrieges wurden die Olympischen Spiele für 12 Jahre ausgesetzt. Als sie nach Ende des Krieges wieder stattfanden, wurden die Spiele London zugesagt, da die hiesigen Sportanlagen durch den Krieg nicht zerstört wurden und somit keine Kosten für eine Bereitstellung der entsprechenden Gegebenheiten anfielen. In jenem Jahr durften Deutschland und Japan keine Athleten zu den Wettkämpfen schicken, da diesen beiden Ländern als Initiatoren des Krieges angesehen wurden. Die Olympischen Spiele waren also bereits damals auch eine politisch geprägte Veranstaltung.

Entsprechend der Nichtteilnahme wurde in Deutschland sehr wenig über die Spiele publiziert. Zwar erschien im Schweizer Verlag Heinzmann, Zürich, ein entsprechendes deutschsprachiges Nachschlagewerk, doch sogar dieses ist inzwischen vergriffen oder, wenn es gebraucht angeboten wird, vergleichsweise teuer. In den diversen Chroniken, die alle Olympiaden von 1896 bis zu den aktuellen Spielen umfassen, sind jedoch die wichtigsten Ergebnisse der Wettbewerbe von 1948 zu finden.

Im Jahr 2012 wird London erneut Austragungsort der Olympischen Spiele sein. Aller Voraussicht nach, werden sich Sammler von diesem Ereignis das dazugehörige Nachschlagewerk zulegen können.

jetzt kommentieren? 17. Juli 2008

Die Aktiven erhalten die offizielle Olympia-Ausstattung

Der Countdown hat begonnen, in weniger als 30 Tagen wird das sportliche Event diesen Jahres eröffnet. Für die Sportler beginnt nun bald die Zeit des Kofferpackens. Als Unterstützung erhalten alle Aktiven derzeit die offizielle Olympia-Ausstattung. In der Kurmainz-Kaserne in Mainz können die etwa 450 Athleten und über 200 Funktionäre ein Paket mit 70 Teilen in Empfang nehmen.Das rund 3000 Euro teure Bündel enthält alles Nötige für die Zeit in Peking: unter vielem anderen Körperpflegeprodukte und Handtücher, Sonnenbrillen und natürlich auch die Bekleidung für die verschiedensten Anlässe. Lange Trainingsanzüge und kurze Trikots sorgen neben eleganter Garderobe für ein einheitliches Auftreten der deutschen Olympioniken. Damit alles passt, musste im Voraus eine Maßtabelle ausgefüllt werden, nach deren Vorgabe die Kleidung bestellt wurde. Eine Anprobe bei der Ausgabe zeigt, ob die einzelnen Teile optimal sitzen. Ist dies nicht der Fall, legt eine der anwesenden Schneiderinnen ein letztes Mal Hand an.

Rund 50 Aktive kommen täglich in die Kaserne, um ihr Paket abzuholen. Der durchdachten Organisation der Helfer aus den Reihen der Bundeswehr ist es zu verdanken, dass der Ansturm in geordneten Bahnen verläuft und für jede Frage und jede Änderung genügend zeitliche Kapazität zur Verfügung steht.

Insgesamt werden mehr als 100.000 Gegenstände ausgegeben, die alle von Sponsoren des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) bereitgestellt werden. Für die Sportbekleidung zeichnet sich die Firma Adidas verantwortlich, die Kombinationen der Damen und Anzüge der Herren für die Eröffnungszeremonie entstammen den Kollektionen von Betty Barclay und Bäumler.

Noch bis zum 31. Juli können die Utensilien von den Olympioniken in der Kurmainz-Kaserne entgegengenommen werden.

Ein großer Teil der Utensilien wurde im Austragungsland China hergestellt und eigens für die Olympioniken nach Deutschland eingeflogen. Zusammen mit der Ausrüstung fliegt im August auch die Hoffnung mit nach Peking, dass die Produkte unserer Mannschaft in ihrem Herkunftsland Glück bescheren.

jetzt kommentieren? 17. Juli 2008

Reporter bei der Olympiade

Nicht nur für die Organisatoren und die Aktiven bedeutet die Olympiade ein großes Maß an Vorausplanung. Auch für die Berichterstatter vor Ort, die uns mit Bildern und Interviews, Berichten und Ergebnissen über jede stattfindende Prüfung informieren, beginnt die Vorbereitung schon einige Monate vor Beginn der Spiele. Rund um das Gelände des olympischen Dorfes herrschen strenge Sicherheitsbestimmungen. Ein herkömmlicher Presseausweis reicht nicht aus, um in das Zentrum des Geschehens zu gelangen und nah an den Sportlern zu sein.Reporter und Fotografen mussten bereits Anfang diesen Jahres ihr Interesse an der Berichterstattung bekunden und sich offiziell um den Zugang zum Gelände bewerben. Bis Mai erfolgten dann der Bescheid über eine Zulassung und die Ausgabe der entsprechenden Ausweise. Dabei erhält der Berichterstatter einen Ausweis entsprechend seines Schwerpunktes. Unterschieden wird beispielsweise zwischen einem allgemeinen Journalist und einem Reporter, der rein auf die sportlichen Wettkämpfe bezogen berichtet. Eine ähnliche Kategorisierung wird auch bei Fotografen vorgenommen. Nur akkreditierte Reporter dürfen das olympische Gelände überhaupt betreten. Auf diese Weise wird der Zugang der Journalisten und Fotografen zu den verschiedenen Austragungsorten reglementiert und verhindert, dass die Zahl der anwesenden Beobachter zu groß ist.

Neben diesen Ausweisen benötigen die Journalisten zusätzlich Visen, die ihnen einen Aufenthalt in China gestatten.

Eigens für die Spiele wurden in China neue Gesetze erlassen, wonach jede Person von einem Journalisten befragt oder fotografiert werden darf, sofern diese ihr Einverständnis dazu gibt. Ferner wurde absolute Pressefreiheit während der Spiele zugesichert. Diese Regelungen sind zeitlich auf einen kurzen Zeitraum beschränkt und gelten nur für die Vorbereitungen und die Spiele selbst. Nach den Paralympics, die im September stattfinden, werden die Gesetze wieder außer Kraft gesetzt.

Zu den Olympischen Spielen werden über 25 000 Journalisten aus allen Teilen der Welt erwartet, von denen etwa 5 500 akkreditiert sind.

jetzt kommentieren? 10. Juli 2008

Sponsoring bei Olympia

Eine so groß angelegte Veranstaltung wie die Olympischen Spiele kostet eine nicht unwesentliche Summe Geld. Ein großer Teil der Kosten wird über Sponsoren gedeckt, die als Gegenleistung mit den fünf Ringen, dem offiziellen Symbol der Olympischen Spiele, werben dürfen.Die diesjährigen Spiele werden unter anderem von Visa, Coca-Cola, Adidas und McDonalds finanziell unterstützt. Von der Investition erhoffen sich die Unternehmen eine vermehrte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und damit einen höheren Absatz ihrer Produkte.

Durch die Proteste während des Fackellaufes, die Chinas Tibetpolitik in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt und die Brisanz von Chinas Unterstützung der Regierung des Sudans wieder verdeutlicht haben, sehen sich die Sponsoren jedoch in einem Zwiespalt. Ihre aktive Unterstützung der Spiele könnte einen nicht unbedeutenden Imageschaden nach sich ziehen. Presse und Öffentlichkeit sehen die Investoren in einer moralischen Verpflichtung, ihre Entscheidung gegen das Sponsoring würde als Stellungnahme für die Menschenrechte gewertet.

Die Unternehmen möchten diesen Forderungen jedoch nicht Folge leisten. Immer wieder betonen die Sprecher, die Olympischen Spiele sollten als eine politikfreie Veranstaltung betrachtet werden; der Austragungsort biete nur die Rahmenbedingungen für den reibungslosen Ablauf.

Ganz so einfach ist die Situation dennoch nicht, denn China wird nicht unwesentlich von den Olympischen Spielen profitieren. Hier ist vor allem der Gewinn der Tourismusbranche durch die anreisenden Zuschauer aus der ganzen Welt zu nennen. Dementsprechend bedeutet eine Unterstützung der Spiele in gewissem Maße auch eine Unterstützung des Landes, in welchem sie stattfinden. Ferner bieten die Spiele auch chinesischen Firmen eine Plattform, sich selbst und somit China als Industrienation darzustellen.

Bereits jetzt wurde das Logo der Olympischen Spiele von Menschenrechtsaktivisten abgeändert: die fünf bunten Ringe wurden durch fünf ineinander greifende Handschellen ersetzt. Es ist davon auszugehen, dass während der Spiele vermehrt Protestaktionen stattfinden werden. Bleibt zu hoffen, dass diese gewaltfrei ablaufen und ausschließlich die sportlichen Leistungen der Aktiven für Schlagzeilen sorgen.

jetzt kommentieren? 09. Juli 2008

Olympia und Doping

Die ersten Olympischen Spiele wie wir sie kennen fanden im Jahr 1896 in Athen statt. Die teilnehmenden Athleten waren allesamt Amateure, die für ihre sportlichen Leistungen nicht finanziell entlohnt wurden. Auch ein Sieg bei den Spielen brachte keinen materiellen Gewinn für die Sportler mit sich, jedoch war ihnen ein wachsender Bekanntheitsgrad und hohes gesellschaftliches Ansehen gewiss.Um sich beides zu sichern, putschten die Teilnehmer sich mit den unterschied-lichsten Mitteln auf. Belegt sind die Einnahme von Kokain und Strychnin, in der jüngeren Geschichte der Spiele dann abgelöst von Amphetaminen und Anabolika.

Die daraus resultierenden, teils deutlich besseren Ergebnisse wurden zum einen nicht hinterfragt, zum anderen war diese ursprüngliche Form des Dopings auch keineswegs anrüchig sondern vielmehr eine zulässige Art, einen Vorsprung zu gewinnen.

Im Jahr 1999 wurde die WADA, die World Anti Doping Agency, gegründet. Diese internationale Einrichtung ist zuständig für die Überwachung der Sportler vor und während Wettkämpfen hinsichtlich der Einnahme aufputschender Substanzen. Dabei werden verbotene Stoffe durch Urin- oder Bluttests nachgewiesen. Wann diese Stichproben durchgeführt und welche Sportler überprüft werden, wird im Vorfeld nicht bekannt gegeben. Die Proben selbst werden nach der Kontrolle für mehrere Jahre eingefroren. So kann Verdachtsfällen auch im Nachhinein noch nachgegangen werden.

Die Arbeit des WADA versteht sich als ein Schutz der anderen Sportler und der Wahrung von Chancengleichheit. Weiter soll über die Schädlichkeit der zum Doping verwendeten Substanzen aufgeklärt werden. Nicht alle Mittel sind völlig unbedenklich, nach der Einnahme kann es zu Kreislaufversagen oder Herzstillstand kommen, die letztlich auch zum Tod führen können. So starb bereits im Jahr 1967 der Radrennprofi Tony Simpson an den Nebenwirkungen des von ihm eingenommenen Präparats.

Während bei einem Nachweis von Aufputschmitteln zwar der Ausschluss von sportlichen Veranstaltungen und der Verlust des Rufes die Folge sind, ist Doping selbst nicht strafbar. Nur der Besitz entsprechender Substanzen und die Verabreichung der Mittel ohne das Wissen und die Einwilligung des Sportlers können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Um Doping bereits im Vorfeld der Olympiade einzuschränken, sind bereits jetzt Kontrolleure dabei, die Sportler im Training aufzusuchen und Proben zu nehmen. Angestrebt sind weit über 4000 Dopingtests vor und während der Spiele. Jede auffällige Leistung wird direkt im Anschluss überprüft. Es besteht die Hoffnung, dass die breit angelegten Tests die Sportler vom Doping abschrecken und die diesjährigen Spiele frei von diesbezüglichen Skandalen ablaufen.

Ein Sieg bei der Olympiade bedeutet heute jedoch in erster Linie einen Gewinn an Geld, so wird der erfolgreiche Sportler beispielsweise interessant für Firmen, die ihre Produkte mit dem bekannten Gesicht vermarkten wollen. Damit einher geht jedoch auch ein wachsender Leistungsdruck, dem standzuhalten sehr schwierig ist. Der Forderung nach immer besseren Leistungen sind die natürlichen Grenzen des menschlichen Körpers entgegengesetzt. Oftmals ist eine Steigerung der eigenen Möglichkeiten durch Aufputschmittel die einzige Möglichkeit der Sportler, der Konkurrenz gewachsen zu bleiben.

Möglicherweise kann die vermehrte Aufmerksamkeit, die dem Problem Doping entgegengebracht wird, zusammen mit den verschärften Kontrollen die Olympischen Spiele wieder zu ihren Ursprüngen zurück geleiten und schafft damit die Chance des rein sportlichen Vergleiches der Athleten.

jetzt kommentieren? 09. Juli 2008

Das olympische Emblem

1920 wurde das olympische Zeichen erstmals verwendet. Es besteht aus fünf gleichgroßen verschiedenfarbigen Ringen die in zwei Reihen angeordnet sind. In der oberen Reihe finden sich die Ringe in den Farben blau, schwarz und rot, die durch die Ringe der unteren Reihe, die in den Farben gelb und grün gehalten sind, verbunden werden. Doch auch eine sechste Farbe findet sich in dem Symbol, auch wenn sie kaum bemerkt wird: Die Ringe stehen vor einem weißen Hintergrund. Doch welche Bedeutung trägt dieses Emblem?Entworfen wurde es im Jahr 1913 von dem Franzosen Pierre de Coubertin, der 19 Jahre zuvor das Internationale Olympische Komitee (IOC) gründete. Zum ersten Mal genutzt wurde das Symbol jedoch erst sieben Jahre später bei den Spielen in Antwerpen. Seither steht es sinnbildlich für die Olympischen Spiele und schmückt sowohl die Medaillen als auch jedes offizielle Souvenir.

Die fünf Ringe symbolisieren die fünf Kontinente, die zwar für sich selbst stehen können, aber doch miteinander verbunden sind. Sie repräsentieren dadurch auch einen Grundgedanken der Spiele: Sportler jeder Nation treffen in einem Wettkampf aufeinander, zu dem jeder Teilnehmer mit den gleichen Chancen und unter denselben Voraussetzungen antritt.

Entgegen der sich haltenden Annahme stehen die farbigen Ringe nicht stellvertretend für einen bestimmten Kontinent. Oftmals wird angegeben, dass der gelbe Ring Asien, der grüne Australien, der schwarze Afrika, der rote Amerika und der blaue Ring Europa symbolisiert. Vielmehr wurden die sechs Farben gewählt, da in jeder Flagge der Welt mindestens eine dieser Farben Verwendung findet.

Mitte 2004 trat ein Gesetz in Kraft, welches die Verwendung der Bezeichnung „Olympische Spiele” im Zusammenhang mit dem dazugehörigen Symbol offiziell regelt. Demnach ist zwar die Verwendung in urheberrechtlich geschütztem Material grundsätzlich genehmigt, jede andere gewerbliche Nutzung, die nicht ausdrücklich durch das IOC genehmig wurde, wird jedoch geahndet. Demnach darf das Symbol also nur in der offiziellen Werbung für die Olympischen Spiele sowie von den Sponsoren gebraucht werden.

jetzt kommentieren? 07. Juli 2008

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