Die Olympischen Sommerspiele in Berlin 1936
21.Juli 2008
Nachdem bereits die Olympischen Spiele 1916 aufgrund des Ersten Weltkrieges nicht in Berlin stattfinden konnten, bewarb sich Berlin im Jahr 1925 ein weiteres Mal als Austragungsort der Olympischen Spiele. In der finalen Stichwahl zwischen Barcelona und Berlin gewann Berlin schließlich die Wahl. Somit sollten die Olympischen Sommerspiele im Jahr 1936 in Berlin stattfinden.
Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 forderten einige Länder, vor allem die USA, einen Boykott der Spiele in Deutschland. Aufgrund der außenpolitischen Interessen versicherte Deutschland jedoch die Wahrung der „Olympischen Ideen” und garantierte somit die Chancengleichheit aller Teilnehmer, unabhängig von Herkunft und Konfession. Bei der Abstimmung des Amerikanischen Atheletenverbandes, ob ein Boykott der Spiele stattfinden solle, wurde schließlich beschlossen, an den Spielen teilzunehmen. Ein Großteil der Nationen, welche einen Boykott geplant hatten, schlossen sich dieser Meinung an, wodurch die Olympischen Spiele wie geplant stattfinden konnten.
Die nationalsozialistische Führung Deutschlands nutzte die Olympischen Spiele und die damit verbundene Aufmerksamkeit der Medien dennoch für Propagandamaßnahmen, um die Welt von ihren tatsächlichen Machenschaften abzulenken. Sie erlaubte nicht nur, ausländischen Sportler „nicht-arischer” Konfessionen teilzunehmen, sondern offiziell auch den deutschen jüdischen Sportlern. Sämtliche Hinweise auf Antisemitismus wurden entfernt, wie etwa Schilder mit der Aufschrift „Juden unerwünscht”. Ebenso unterlagen bekannte antisemitische Zeitungen vor ihrer Veröffentlichung einer Zensur durch staatliche Ministerien. Verstöße gegen diese Maßnahmen wurden polizeilich verfolgt. Die Absicht, das damalige nationalsozialistische Deutschland als eine friedliche, aufstrebende Nation darzustellen, sollte durch nichts eingeschränkt werden.
Weiterhin feierten die Olympischen Spiele 1936 eine Premiere. Erstmalig wurden die Sportereignisse live per Radio in über 30 Ländern auf sämtlichen Kontinenten, abgesehen von Australien, übertragen. Außerdem wurden erstmals Fernseh-Kameras in den Austragunsstätten aufgestellt. Jedoch brachten diese Kameras kaum Nutzen für die Allgemeinheit, da zu der damaligen Zeit kaum ein privater Haushalt einen eigenen Fernseher besaß.
Insgesamt waren die Olympischen Spiele 1936 in Berlin nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, sondern halfen den Nationalsozialisten auch, von ihren eigentlichen Zielen abzulenken.
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