Die Gesamtdeutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen

29.Juli 2008

Für die Olympischen Spiele in den Jahren 1956, 1960 und 1964 stellten die beiden freien deutschen Reiche, also die BRD und die damalige DDR, eine gemeinsame deutsche Mannschaft. Für die Qualifikation zur Teilnahme an den Spielen fanden Entscheidungswettkämpfe zwischen den Sportlern der beiden Länder statt.Um die Sportlern nach außen als eine Mannschaft zu präsentieren, wurde GER als gemeinsames Länderkürzel genutzt, was jedoch rückwirkend durch den IOC geändert wurde. Nun erscheint bei Berichten über die Teilnahme der Gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen das Kürzel EUA für Équipe unifiée d’Allemagne (Vereinigte deutsche Reiche). Weiter wurde entschieden, dass bei dem Gewinn einer Medaille nicht die Nationalhymne des Landes, aus dem der erfolgreiche Sportler stammt, gespielt wurde, sondern dass die Ehrung durch ein neutrales Musikstück geschehen sollte. Dazu fiel die Wahl auf die 9. Symphonie Ludwig van Beethovens, die „Ode an die Freude”, die als gemeindeutsches Kulturgut angesehen wurde.

Im Jahr 1959 führte die DDR eine eigene Staatsflagge ein, die vor dem schwarz- rot- gold- gestreiften Hintergrund ein Emblem mit Hammer und Zirkel zeigte. Dadurch stellte sich den Olympischen Komitees der beiden Länder die Frage, unter welcher Flagge die Mannschaft starten sollte. Schließlich fiel die Entscheidung für einen Kompromiss. Es wurde der schwarz- rot- gold gefärbte Hintergrund genutzt, der Bestandteil der Nationalflaggen der DDR und der BRD war. In dessen roten Streifen waren jedoch die fünf olympischen Ringe in weißer Farbe eingebracht, um nach außen deutlich zu machen, dass diese Einigung nur für den Zeitraum der Olympischen Spiele galt. Diese Flagge wurde für die Spiele in Rom und in Tokio genutzt.

Zwar traten die Sportler als eine gemeinsame Mannschaft auf, jedoch waren gemischte Teams bei Mannschaftswettbewerben eher die Ausnahme, da kaum die Möglichkeit einer gemeinsamen Vorbereitung gegeben war.  Eine der wenigen Ausnahme war die Kanustaffel der Olympiade im Jahr 1960, die aus je zwei Kanuten der BRD und DDR bestand und eine Goldmedaille gewann.

Ab 1968 starteten die Sportler der BRD und der DDR als getrennte Mannschaften und repräsentierten damit die politische Situation ihrer Länder.  

Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville traten erstmals nach 56 Jahren wieder Sportler aus einem geeinten Deutschland unter einer Flagge zu den Wettkämpfen an.

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