Der olympische Frieden
20.Juli 2008
Wie der Großteil des olympischen Zeremoniells hat auch der Olympische Frieden seinen Ursprung in der Antike. Bereits zu den ersten Spielen schlossen griechische Stämme ein Abkommen, welches die sicherer An- und Abreise der Sportler und Zuschauer und den friedlichen Ablauf der Wettkämpfe gewährleisten sollte. Bereits einige Monate vor Beginn der Veranstaltung trat diese Waffenruhe in Kraft und dauerte, bis auch der letzte Athlet seinen Heimatort gesund erreicht hatte. Dieser Pakt sollte den Sportlern auch im Land des Feindes unbedingten Schutz gewähren. Hinter dem Abkommen stand der Gedanke, die Wettkämpfe für alle auch nach außen hin als heilig zu kennzeichnen; die Spiele fanden zu Ehren der Götter statt, und ihnen zu Ehren sollten sie ungestört von politischem Zwist abgehalten werden. Jedoch wurde der olympische Frieden mehrmals gestört, denn die Arkadier und die Spartaner griffen den Austragungsort Elis an um auf diese Weise die Spiele an sich zu reißen. Gelungen ist es ihnen jedoch nicht. Bis zu ihrer Abschaffung durch den ersten christlichen Kaiser im Jahr 394 n. Chr. wurden die Spiele in Elis ausgetragen.
Mit Wiedereinführung der Olympischen Spiele wurde auch der Gedanke des olympischen Friedens wieder belebt. Die Umsetzung ist jedoch keineswegs einfacher geworden. Immer wieder wurde die Veranstaltung von politischen Ereignissen überschattet. So wurden im Jahr 1972 bei den Spielen in München insgesamt elf israelische Sportler von Mitgliedern der palästinensischen Organisation „Schwarzer September” erst als Geiseln genommen und später getötet. Hintergrund war die Hoffnung der Palästinenser, die israelische Regierung durch diese Gefangennahme dazu bewegen zu können, palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen frei zu lassen. Die israelische Regierung ließ sich jedoch auf keinen Handel ein.
Die Spiele 1980 in Moskau wurden von insgesamt 64 Staaten boykottiert. Hintergrund war der umstrittene Einmarsch sowjetischer Truppen ins benachbarte Afghanistan mit dem Ziel, die amtierende Staatsmacht zu stürzen. Der Boykott rief keine Änderung der politischen Situation hervor, einzige Antwort war die darauf folgende Nichtteilnahme vieler Ostblockstaaten an der Olympiade 1984 in Los Angeles.
Nun wird ein sportliches Ereignis keineswegs direkten Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen oder gar Frieden auf der Welt schaffen können, trotzdem kann Sport verbinden, wie gerade bei der Fußball-WM erlebt. Menschen unterschiedlicher Nationen erlebten die spannenden Spiele gemeinsam, erfreuten sich an den Leistungen der Mannschaften, gratulierten und trösteten sich. Dieser Friede im Kleinen wird sicherlich auch während der Olympischen Spiele in Peking die Welt wieder ein wenig zusammenrücken lassen.
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