Der olympische Eid
Bereits bei den Olympischen Spielen der Antike war es Tradition, dass die Athleten schworen, die Regeln der Wettkämpfe zu achten und sich den Mitstreitern gegenüber fair zu zeigen.Bei den Spielen 1920 in Antwerpen wurde dieser Brauch wieder eingeführt. Seither wird vor Beginn der Sommer- und auch der Winterspiele der Olympische Eid geschworen. Durch die Größe der Veranstaltung ist es nicht möglich, dass jeder Sportler den Eid persönlich ablegt, deshalb spricht einer der Athleten des Austragungslandes den Schwur stellvertretend für alle Teilnehmer in der Amtssprache. In Antwerpen fiel diese Ehre dem Fechter Victor Boin zu. Er sprach die Worte, die lange Zeit der offizielle Eid der Olympischen Spiele blieben: „Wir schwören, dass wir an den Olympischen Spielen als ehrenwerte Kämpfer teilnehmen, die Regeln der Spiele achten und uns bemühen werden, ritterliche Gesinnung zu zeigen, zur Ehre unseres Vaterlandes und zum Ruhme des Sports.”
Im Jahr 1964, bei den Spielen in Tokio, wurde eine andere Version des Eides eingeführt. Von nun an lautete er: „Im Namen aller Teilnehmer verspreche ich, dass wir uns bei den Olympischen Spielen als loyale Wettkämpfer erweisen, ihre Regeln achten und teilnehmen im ritterlichen Geist zum Ruhme des Sports und zur Ehre unserer Mannschaften.”
Eine weitere Neuerung gab es im Jahr 2000, als die Spiele in Sydney stattfanden. Die Zunahme des Dopings unter den Sportlern gab Anlass, den Eid um eine Passage zu erweitern, welche die Abkehr von Aufputschmitteln beinhaltet: „Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft.”
Ebenfalls Tradition ist es, auch die Schiedsrichter ihre Unvoreingenommenheit schwören zu lassen: „Bei meiner Ehre erkläre ich, dass ich mich als Kampfrichter nur vom Geiste der sportlichen Fairness und der Würde des Sports leiten lassen werde. Ich verpflichte mich, die gezeigten Leistungen ohne Rücksicht auf die Person oder die Nation gewissenhaft zu beurteilen.”
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich weder die Athleten noch die Unparteiischen unbedingt an den geleisteten Schwur halten. Auch bei den bevorstehenden Spielen wird wieder der Olympische Eid geleistet. Es bleibt abzuwarten, wie ernst er in diesem Jahr genommen wird.
jetzt kommentieren? 18. Juli 2008