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Unsere Olympioniken befinden sich inzwischen auf dem Weg nach Peking, doch die Reise zu den Olympischen Spielen hat schon viel früher begonnen. Der Deutsche Olympische Sportbund hat in Zusammenarbeit mit dem IOC und internationalen Sportverbänden eine Liste von Kriterien erarbeitet, die der Athlet erfüllen muss um für die Olympischen Spiele nominiert zu werden.Im Vordergrund stehen natürlich immer die sportlichen Leistungen. Die Mindestanforderungen für die betreffende Sportart müssen mindestens erbracht sein, es wird jedoch darauf geachtet, dass der Sportler eine gleichbleibend gute Leistung erbringt und nicht nur in einem Ausnahmefall die Anforderungen erfüllt hat. Sofern im Vorfeld der Olympiade eine Weltmeisterschaft stattgefunden hat, sollen bei Einzelsportarten die ersten 12, bei Mannschaftssportarten die ersten 8 Platzierten grundsätzlich für die Spiele nominiert werden. Diese Startplätze werden „Quotenstartplätze” genannt. Bei begründeten Bedenken, dass bei den Olympischen Spielen trotz einer guten Leistung bei der Weltmeisterschaft keine ernsthafte Chance einer erfolgreichen Teilnahme besteht, kann der Sportler, bzw. die Mannschaft trotzdem zurückgezogen werden.
Im Vorfeld der Endauswahl und der Nominierung müssen sich alle Sportler, deren Potential für eine Teilnahme an den Spielen ausreichen könnte, mit den Anti-Doping-Regeln des NADA einverstanden erklären. Die Athleten werden dem NADA namentlich genannt und können jederzeit von diesem einer Doping-Kontrolle unterzogen werden. Alle Sportler, die in der Zeit nach den letzten Olympischen Spielen des Dopings überführt worden sind, dürfen für die kommenden Spiele nicht vorgeschlagen werden.
Daneben werden alle für die Nominierung in Frage kommenden Aktiven, also neben den Sportlern auch Ärzte, Trainer und Funktionäre, hinsichtlich ihrer Vergangenheit überprüft. Im vorliegenden Verdachtsfall einer früheren Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit der DDR wird eine Teilnahme an den Spielen, in welcher Form auch immer, untersagt.
Sofern alle Vorraussetzungen erfüllt sind, wird der Athlet namentlich durch das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes nominiert.
Die Sportler, die letztlich zu den Spielen reisen, müssen im Vorfeld die dazugehörigen Konditionen unterzeichnen. Diese beinhalten unter anderem Ansprüche für die Rückzahlung unterstützend geleisteter Zahlungen an den Verband, wenn der Sportler im Rahmen der Spiele positiv auf Dopingmittel getestet wird.
Die Aktiven, die schlussendlich in das Flugzeug nach Peking steigen, haben also bereits eine große Hürde genommen.
04. August 2008
Aufgrund des Einmarsches sowjetischer Truppen 1979 in Afghanistan verweigerten viele Staaten die Teilnahme an den 1980 in Moskau stattfindenden Olympischen Spielen. Initiator dieses Boykotts war die USA; insgesamt 42 Staaten folgten dem Aufruf Jimmy Cartes. Folge dessen war die Nichtteilnahme aller Ostblockländer an den darauf folgenden Spielen 1984, die in Los Angeles stattfanden. Der offiziell genannte Grund der Absage waren die Bedenken um die Sicherheit um die Sportler. Nur Rumänien entzog sich diesem Gegen-Boykott und schickte Athleten in die USA.Als Gegenveranstaltung zu den Olympischen Spielen veranstalteten die 14 Länder, die nicht nach Los Angeles reisten, eine „Gegenolympiade”, die den offiziellen Namen „Wettkämpfe der Freundschaft” trug. Allein dieser Titel setzte bereits ein klares Zeichen gegenüber den nicht eingeladenen Staaten.
Entgegen der Tradition der Olympischen Spiele wurden die Wettkämpfe nicht an einem Ort ausgetragen und verzichtete auf zeremonielle Anteile. Die Wettkämpfe der insgesamt 27 Disziplinen fanden in der ehemaligen UDSSR, der Tschechoslowakei, Polen, der DDR, in Ungarn, Kuba, Nordkorea, der Mongolei und in Bulgarien statt. Da die Anreisewege der Sportler berücksichtigt wurden, verlängerte sich auch der Zeitraum dieser Ersatzolympiade und streckte sich von Juli bis September.
Zusätzlich zu den 24 Sportarten, in denen in Los Angeles Entscheidungswettkämpfe stattfanden, konnten die Athleten der Ersatzolympiade sich auch im Tennis und Tischtennis messen. Außerdem standen auch Wettkämpfe im Sambo auf dem Programm, einer russisch-sowjetischen Nahkampfart ohne Waffen.
Viele der bei der Ersatzolympiade erbrachten Leistungen standen jenen der offiziellen Spiele in nichts nach, jedoch wurde ihnen vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. Das angestrebte Ziel, mit den herausragenden Ergebnissen der Sportler die Ergebnisse der Olympioniken abzuwerten, konnte nicht umgesetzt werden. Viele der Athleten, die nicht zu den Spielen nach Los Angeles reisen durften, reagierten auf die Ankündigung der Ersatzolympiade wenig erfreut. Schließlich lagen bereits Monate der intensiven Vorbereitung hinter ihnen und nun wurde ihnen die Chance eines internationalen sportlichen Vergleiches genommen. Dennoch wurden mehrere Dutzend neue Weltrekorde in verschiedenen Disziplinen aufgestellt, der größte Teil davon im Gewichtheben.
01. August 2008
Im Jahr 1906 fanden in Athen außerhalb des sonstigen Rhythmus von vier Jahren Olympische Spiele statt.Hintergrund dieser Spiele war die Hoffnung Griechenlands, die Olympischen Spiele vor dem Hintergrund ihrer Entstehung und des Erfolges der in 1896 in Athen ausgetragenen Wettkämpfe dauerhaft an das eigene Land zu binden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde daher versucht, dieses Vorhaben im IOC durchzusetzen. Der damalige Vorsitzende, Pierre de Coubertin, wollte die Olympischen Spiele dagegen zu einer international frequentierten und angesehenen Veranstaltung etablieren; eine regelmäßige Austragung der Wettkämpfe in Athen würde dies jedoch deutlich behindern. Er schlug den Antrag ab, musste sich allerdings kurz darauf einem Kompromiss beugen. Dieser sah vor, den Zeitraum zwischen den Wettkämpfen auf zwei Jahre zu kürzen und die Olympischen Spiele immer im Wechsel in Athen und einer anderen Stadt stattfinden zu lassen. Finanzielle Engpässe behinderten die erste vorgesehene Durchführung der Spiele in Griechenland, die für 1902 angesetzt war. Für 1904 war die Austragung der Olympischen Sommerspiele bereits Chicago zugesagt worden (stattgefunden hat sie schlussendlich jedoch in St. Louis, Missouri), also wurde der neue Austragungsrhythmus erst 1906 eingeläutet.
Rund 900 Sportler reisten an, um sich in 15 Disziplinen zu messen. Viele der bis heute gültigen Rituale wurden bei dieser Veranstaltung initiiert. So begannen die Spiele erstmalig mit einer Eröffnungszeremonie, bei der die Aktiven mit ihrer Landesfahne in das Stadion einzogen, und die Sieger wurden zum ersten Mal mit der Vergabe von Medaillen und dem Spielen der Nationalhymne geehrt. Weiter wurden die Athleten gemeinsam untergebracht, woraus die Idee des Olympischen Dorfes entstand. Alle diese Neuerungen halten sich bis heute und prägen das Bild der Spiele.
Aus politischen Gründen wurden 1910 und 1914 keine Zwischenspiele in Griechenland abgehalten, und die Austragung kehrte zu ihrem althergebrachten Turnus zurück. Die Olympischen Zwischenspiele werden vom IOC bis heute nicht zu den offiziellen Spielen gezählt, weshalb die damals vergebenen Medaillen nicht in den ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele einfließen.
01. August 2008
Nachdem bereits die Olympischen Spiele 1916 aufgrund des Ersten Weltkrieges nicht in Berlin stattfinden konnten, bewarb sich Berlin im Jahr 1925 ein weiteres Mal als Austragungsort der Olympischen Spiele. In der finalen Stichwahl zwischen Barcelona und Berlin gewann Berlin schließlich die Wahl. Somit sollten die Olympischen Sommerspiele im Jahr 1936 in Berlin stattfinden.
Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 forderten einige Länder, vor allem die USA, einen Boykott der Spiele in Deutschland. Aufgrund der außenpolitischen Interessen versicherte Deutschland jedoch die Wahrung der „Olympischen Ideen” und garantierte somit die Chancengleichheit aller Teilnehmer, unabhängig von Herkunft und Konfession. Bei der Abstimmung des Amerikanischen Atheletenverbandes, ob ein Boykott der Spiele stattfinden solle, wurde schließlich beschlossen, an den Spielen teilzunehmen. Ein Großteil der Nationen, welche einen Boykott geplant hatten, schlossen sich dieser Meinung an, wodurch die Olympischen Spiele wie geplant stattfinden konnten.
Die nationalsozialistische Führung Deutschlands nutzte die Olympischen Spiele und die damit verbundene Aufmerksamkeit der Medien dennoch für Propagandamaßnahmen, um die Welt von ihren tatsächlichen Machenschaften abzulenken. Sie erlaubte nicht nur, ausländischen Sportler „nicht-arischer” Konfessionen teilzunehmen, sondern offiziell auch den deutschen jüdischen Sportlern. Sämtliche Hinweise auf Antisemitismus wurden entfernt, wie etwa Schilder mit der Aufschrift „Juden unerwünscht”. Ebenso unterlagen bekannte antisemitische Zeitungen vor ihrer Veröffentlichung einer Zensur durch staatliche Ministerien. Verstöße gegen diese Maßnahmen wurden polizeilich verfolgt. Die Absicht, das damalige nationalsozialistische Deutschland als eine friedliche, aufstrebende Nation darzustellen, sollte durch nichts eingeschränkt werden.
Weiterhin feierten die Olympischen Spiele 1936 eine Premiere. Erstmalig wurden die Sportereignisse live per Radio in über 30 Ländern auf sämtlichen Kontinenten, abgesehen von Australien, übertragen. Außerdem wurden erstmals Fernseh-Kameras in den Austragunsstätten aufgestellt. Jedoch brachten diese Kameras kaum Nutzen für die Allgemeinheit, da zu der damaligen Zeit kaum ein privater Haushalt einen eigenen Fernseher besaß.
Insgesamt waren die Olympischen Spiele 1936 in Berlin nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, sondern halfen den Nationalsozialisten auch, von ihren eigentlichen Zielen abzulenken.
21. Juli 2008
Wie der Großteil des olympischen Zeremoniells hat auch der Olympische Frieden seinen Ursprung in der Antike. Bereits zu den ersten Spielen schlossen griechische Stämme ein Abkommen, welches die sicherer An- und Abreise der Sportler und Zuschauer und den friedlichen Ablauf der Wettkämpfe gewährleisten sollte. Bereits einige Monate vor Beginn der Veranstaltung trat diese Waffenruhe in Kraft und dauerte, bis auch der letzte Athlet seinen Heimatort gesund erreicht hatte. Dieser Pakt sollte den Sportlern auch im Land des Feindes unbedingten Schutz gewähren. Hinter dem Abkommen stand der Gedanke, die Wettkämpfe für alle auch nach außen hin als heilig zu kennzeichnen; die Spiele fanden zu Ehren der Götter statt, und ihnen zu Ehren sollten sie ungestört von politischem Zwist abgehalten werden. Jedoch wurde der olympische Frieden mehrmals gestört, denn die Arkadier und die Spartaner griffen den Austragungsort Elis an um auf diese Weise die Spiele an sich zu reißen. Gelungen ist es ihnen jedoch nicht. Bis zu ihrer Abschaffung durch den ersten christlichen Kaiser im Jahr 394 n. Chr. wurden die Spiele in Elis ausgetragen.
Mit Wiedereinführung der Olympischen Spiele wurde auch der Gedanke des olympischen Friedens wieder belebt. Die Umsetzung ist jedoch keineswegs einfacher geworden. Immer wieder wurde die Veranstaltung von politischen Ereignissen überschattet. So wurden im Jahr 1972 bei den Spielen in München insgesamt elf israelische Sportler von Mitgliedern der palästinensischen Organisation „Schwarzer September” erst als Geiseln genommen und später getötet. Hintergrund war die Hoffnung der Palästinenser, die israelische Regierung durch diese Gefangennahme dazu bewegen zu können, palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen frei zu lassen. Die israelische Regierung ließ sich jedoch auf keinen Handel ein.
Die Spiele 1980 in Moskau wurden von insgesamt 64 Staaten boykottiert. Hintergrund war der umstrittene Einmarsch sowjetischer Truppen ins benachbarte Afghanistan mit dem Ziel, die amtierende Staatsmacht zu stürzen. Der Boykott rief keine Änderung der politischen Situation hervor, einzige Antwort war die darauf folgende Nichtteilnahme vieler Ostblockstaaten an der Olympiade 1984 in Los Angeles.
Nun wird ein sportliches Ereignis keineswegs direkten Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen oder gar Frieden auf der Welt schaffen können, trotzdem kann Sport verbinden, wie gerade bei der Fußball-WM erlebt. Menschen unterschiedlicher Nationen erlebten die spannenden Spiele gemeinsam, erfreuten sich an den Leistungen der Mannschaften, gratulierten und trösteten sich. Dieser Friede im Kleinen wird sicherlich auch während der Olympischen Spiele in Peking die Welt wieder ein wenig zusammenrücken lassen.
20. Juli 2008
Olympia ist eine Veranstaltung, in der aufgrund der Größe die Erlebnisse Einzelner meist untergehen. Nicht so jedoch die Geschichte von Luz Long und Jesse Owens.Die beiden Sportler fanden sich 1936 als Widersacher zu den Olympischen Spielen in Berlin ein, wo sie im Weitsprung gegeneinander antraten. Während Luz Long sich ohne Schwierigkeiten für das Finale in dieser Disziplin qualifizierte, hatte Jesse Owens Probleme mit seinem Anlauf. Nach dem zweiten ungültigen Versuch nahm Long seinen Konkurrenten zur Seite und gab ihm wertvolle Tipps, die dieser in seinem dritten Versuch umsetzte und so ebenfalls den Sprung ins Finale schaffte.
Am Ende ging Jesse Owens mit einer gesprungen Weite von 8,06 Metern als Sieger aus dem Wettkampf hervor, Luz Long unterlag knapp mit 7,87 Metern und erhielt die Silbermedaille. Doch statt sich darüber zu ärgern, gratulierte Long dem Sieger. Viele Jahre später verlieh das Internationalen Olympischen Komitee Luz Long posthum für sein vorbildliches Verhalten die Pierre-de-Coubertin-Madaille. Diese Auszeichnung gilt als die höchste unter Sportlern.
Jesse Owens konnte bei den Spielen in Berlin über seinen Erfolg im Weitsprung hinaus auch im Kurzstreckenlauf über 100 und 200 Meter und im Staffellauf Goldmedaillen in Empfang nehmen. Vor allem die Tatsache, dass er diese Triumphe vor den Augen Adolf Hitlers feierte, brachte dem schwarzen Läufer den Status des Superstars ein. Nach der äußerst erfolgreichen Teilnahme an den Olympischen Spielen gab Owens seine Karriere als Leistungssportler jedoch auf und wechselte ins Showgeschäft. Von nun an trat er in Schauläufen gegen andere Läufer und sogar gegen Pferde an. Mehr über sein bewegtes Leben kann in der Autobiographie „The Jesse Owens Story” nachgelesen werde, die 1970- allerdings nur in Englisch- erschien.
Den Sportlern zum Andenken wurden Straßen nach ihnen benannt: Zum einen die Jesse-Owens-Allee in der Nähe des Berliner Olympiastadions, zum anderen der Luz-Long-Weg nahe der Universität Leipzig.
Trotz der Freundschaft, welche sich bei der Olympiade 1936 zwischen den Sportlern entwickelte, haben sich die beiden Männer nicht noch einmal gesehen, denn Luz Long starb 1943 während des 2. Weltkrieges auf Sizilien.
18. Juli 2008
Die Olympischen Spiele in ihrer heutigen Form beruhen auf einer langen Tradition. Bereits etwa 770 v. Chr. fanden auf der griechischen Halbinsel Peloponnes Wettkämpfe statt, auf welche die Olympiade zurückzuführen ist. Auch der Name „Olympiade” leitet sich daher ab, denn sowohl der Ort, an welchem das Turnier ausgetragen wurde, als auch die Zeit, die zwischen den Spielen verging, wurde damit benannt. Die Stätte „Olympia” war heilig und Zeus geweiht. Die Veranstaltung wurde zu Ehren der Götter, insbesondere zur Huldigung Zeus’ Mutter Rhea gehalten. Ganz ähnliche Wettkämpfe fanden auch in anderen Provinzen Griechenlands statt, unter anderem in Delphi, wo Apoll, der Gott der Künste und des Maßes geehrt wurde.Entgegen unserer Spiele bestand die Olympiade in der Antike ursprünglich lediglich aus einem Wettkampf: dem Wettlauf über rund 200 Meter. Der Sieger erhielt einen Kranz aus Olivenzweigen und durfte die heilige Flamme vor dem Zeusaltar entzünden. Den Platzierten wurde keinerlei Anerkennung zuteil. Zugelassen für den Wettkampf waren nur freie griechische Männer von guter Abstammung. Da diese sich ihrer Konkurrenz gänzlich unbekleidet stellten, durften verheiratete Frauen nicht zusehen.
Die Spiele wurden nach und nach durch weitere Wettkämpfe erweitert, so dass die ursprünglich nur einen Tag dauernde Veranstaltung schließlich auf fünf Tage erweitert wurde. Die Sportler konnten nunmehr im Ringen, Laufen, Boxen und im Fünfkampf ihre Überlegenheit demonstrieren. Der antike Fünfkampf (auch: Pentathlon) bestand aus den fünf Disziplinen Speer- und Diskuswurf, Sprung, Lauf und Ringen. Weiter fanden auch Wettbewerbe in der Disziplin „Pankration” statt, einer Mischung aus Boxen und Ringen, deren einzige Regeln die Verbote von Beißen und Augeneindrücken waren. Treten, schlagen, kratzen und würgen dagegen waren erlaubt. Ein Sieg war nur durch Aufgabe des Gegners zu erreichen; nicht selten starb einer der Athleten während des Wettkampfes.
Ebenfalls alle vier Jahre, jedoch zeitlich zwei Jahre zu den Olympischen Spielen versetzt, fanden Wettkämpfe ausschließlich für Frauen statt. Diese waren der Göttin Hera geweiht, der Schwester Zeus, die zur Wahrung des ehelichen Glücks und für eine leichte Niederkunft angerufen wurde.
Doch neben all den Unterschieden finden sich auch Gemeinsamkeiten zwischen den Spielen der Antike und unseren Olympischen Spielen. So wie die heutige Olympiade fanden auch die damaligen Wettkämpfe im Hochsommer statt und begannen mit einer Zeremonie, in welcher alle Athleten den Eid ablegen mussten, den Frieden der Spiele zu wahren.
Ein Ende fanden die Spiele der Antike vermutlich unter dem römischen Kaiser Theodosius I., der diesen heidnischen Brauch etwa 400 n. Chr. abschaffte.
Im Jahr 1894 wurden die Wettkämpfe durch Pierre de Coubertin wieder belebt, jedoch mit wechselnden Austragungsorten.
17. Juli 2008
1920 wurde das olympische Zeichen erstmals verwendet. Es besteht aus fünf gleichgroßen verschiedenfarbigen Ringen die in zwei Reihen angeordnet sind. In der oberen Reihe finden sich die Ringe in den Farben blau, schwarz und rot, die durch die Ringe der unteren Reihe, die in den Farben gelb und grün gehalten sind, verbunden werden. Doch auch eine sechste Farbe findet sich in dem Symbol, auch wenn sie kaum bemerkt wird: Die Ringe stehen vor einem weißen Hintergrund. Doch welche Bedeutung trägt dieses Emblem?Entworfen wurde es im Jahr 1913 von dem Franzosen Pierre de Coubertin, der 19 Jahre zuvor das Internationale Olympische Komitee (IOC) gründete. Zum ersten Mal genutzt wurde das Symbol jedoch erst sieben Jahre später bei den Spielen in Antwerpen. Seither steht es sinnbildlich für die Olympischen Spiele und schmückt sowohl die Medaillen als auch jedes offizielle Souvenir.
Die fünf Ringe symbolisieren die fünf Kontinente, die zwar für sich selbst stehen können, aber doch miteinander verbunden sind. Sie repräsentieren dadurch auch einen Grundgedanken der Spiele: Sportler jeder Nation treffen in einem Wettkampf aufeinander, zu dem jeder Teilnehmer mit den gleichen Chancen und unter denselben Voraussetzungen antritt.
Entgegen der sich haltenden Annahme stehen die farbigen Ringe nicht stellvertretend für einen bestimmten Kontinent. Oftmals wird angegeben, dass der gelbe Ring Asien, der grüne Australien, der schwarze Afrika, der rote Amerika und der blaue Ring Europa symbolisiert. Vielmehr wurden die sechs Farben gewählt, da in jeder Flagge der Welt mindestens eine dieser Farben Verwendung findet.
Mitte 2004 trat ein Gesetz in Kraft, welches die Verwendung der Bezeichnung „Olympische Spiele” im Zusammenhang mit dem dazugehörigen Symbol offiziell regelt. Demnach ist zwar die Verwendung in urheberrechtlich geschütztem Material grundsätzlich genehmigt, jede andere gewerbliche Nutzung, die nicht ausdrücklich durch das IOC genehmig wurde, wird jedoch geahndet. Demnach darf das Symbol also nur in der offiziellen Werbung für die Olympischen Spiele sowie von den Sponsoren gebraucht werden.
07. Juli 2008