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Die Gesamtdeutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen

Für die Olympischen Spiele in den Jahren 1956, 1960 und 1964 stellten die beiden freien deutschen Reiche, also die BRD und die damalige DDR, eine gemeinsame deutsche Mannschaft. Für die Qualifikation zur Teilnahme an den Spielen fanden Entscheidungswettkämpfe zwischen den Sportlern der beiden Länder statt.Um die Sportlern nach außen als eine Mannschaft zu präsentieren, wurde GER als gemeinsames Länderkürzel genutzt, was jedoch rückwirkend durch den IOC geändert wurde. Nun erscheint bei Berichten über die Teilnahme der Gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen das Kürzel EUA für Équipe unifiée d’Allemagne (Vereinigte deutsche Reiche). Weiter wurde entschieden, dass bei dem Gewinn einer Medaille nicht die Nationalhymne des Landes, aus dem der erfolgreiche Sportler stammt, gespielt wurde, sondern dass die Ehrung durch ein neutrales Musikstück geschehen sollte. Dazu fiel die Wahl auf die 9. Symphonie Ludwig van Beethovens, die „Ode an die Freude”, die als gemeindeutsches Kulturgut angesehen wurde.

Im Jahr 1959 führte die DDR eine eigene Staatsflagge ein, die vor dem schwarz- rot- gold- gestreiften Hintergrund ein Emblem mit Hammer und Zirkel zeigte. Dadurch stellte sich den Olympischen Komitees der beiden Länder die Frage, unter welcher Flagge die Mannschaft starten sollte. Schließlich fiel die Entscheidung für einen Kompromiss. Es wurde der schwarz- rot- gold gefärbte Hintergrund genutzt, der Bestandteil der Nationalflaggen der DDR und der BRD war. In dessen roten Streifen waren jedoch die fünf olympischen Ringe in weißer Farbe eingebracht, um nach außen deutlich zu machen, dass diese Einigung nur für den Zeitraum der Olympischen Spiele galt. Diese Flagge wurde für die Spiele in Rom und in Tokio genutzt.

Zwar traten die Sportler als eine gemeinsame Mannschaft auf, jedoch waren gemischte Teams bei Mannschaftswettbewerben eher die Ausnahme, da kaum die Möglichkeit einer gemeinsamen Vorbereitung gegeben war.  Eine der wenigen Ausnahme war die Kanustaffel der Olympiade im Jahr 1960, die aus je zwei Kanuten der BRD und DDR bestand und eine Goldmedaille gewann.

Ab 1968 starteten die Sportler der BRD und der DDR als getrennte Mannschaften und repräsentierten damit die politische Situation ihrer Länder.  

Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville traten erstmals nach 56 Jahren wieder Sportler aus einem geeinten Deutschland unter einer Flagge zu den Wettkämpfen an.

jetzt kommentieren? 29. Juli 2008

Sicherheitsvorkehrungen während der Olympiade

Aufgrund der jüngsten Ereignisse während des Fackellaufes befürchten die Veranstalter Unruhen während der Spiele bis hin zu möglichen Terroranschlägen. Um etwaigen Anschlägen vorzubeugen, werden enorme Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Neben der Polizei werden dazu auch Kräfte der Staatssicherheit und der Volksbefreiungsarmee eingebunden.Bereits im Vorfeld wird in Peking an dem Bild der Stadt gearbeitet. Die Polizei wird verstärkt dazu angehalten, auffällige Personen zu kontrollieren und in den einschlägigen Vierteln unvorhergesehene Kontrollen durchzuführen. Auf diesem Weg sollen mögliche Terroristen frühzeitig dingfest gemacht werden. Wer ohne gültigen Pass aufgegriffen wird, muss gegebenenfalls mit einigen Tagen Haft rechnen. Diese Strafe wird besonders häufig bei ausländischen Gästen verhängt, jeder Olympia-Besucher sollte sich demnach in jeder Situation ausweisen können. Weiter ist Ausländern auch jegliche Teilnahme an Demonstrationen strengstens untersagt.

Doch auch im Rest des Stadtgebietes werden vermehrt Kontrollen durchgeführt, so werden Touristen willkürlich nach ihrer Aufenthaltsgenehmigung gefragt und die mitgeführten Taschen durchsucht. Im Zuge dieser Vorkehrungen werden auch Schüler und Studenten, deren Visum diesen Monat ausläuft, ausgewiesen und müssen von ihrem Heimatland aus ein neues beantragen. Auch die Post wird zunehmend kontrolliert und während der Spiele dürfen Fahrzeuge nur mit Sondergenehmigung in das Stadtgebiet einfahren.

Für die Sicherheit innerhalb der Stadien und Hallen sorgen verschärfte Einlasskontrollen. Doch auch rund um die Veranstaltungsorte werden Ordnungskräfte eingesetzt, die Demonstrationen und Versammlungen schnell und möglichst unauffällig auflösen sollen. Demonstrationen dürfen grundsätzlich nur mit Genehmigung und auf den dafür zur Verfügung gestellten Plätzen stattfinden. Darüber hinaus werden die eingesetzten Kräfte- Sicherheitspersonal genauso wie freiwillige Helfer- genauestens über den Verlauf im Fall einer Evakuierung unterrichtet.

Übrigens ist den Aktiven ebenfalls jegliche Zurschaustellung ihrer politischen Meinung strengstens untersagt. Mittelpunkt der Olympischen Spiele soll der Sport bleiben. Dennoch bestehen derzeit große Bedenken, dass die rechtlichen Auflagen und die überall präsenten Sicherheitskräfte den Spielen in ihrer Entfaltung entgegenwirken und die politischen Rahmenbedingungen zu sehr in den Vordergrund rücken.

jetzt kommentieren? 24. Juli 2008

Olympia 2008 - Ein Überblick

Nur noch rund zwei Wochen bis die Eröffnungszeremonie in Peking die Olympischen Sommerspiele einläutet. Die Planung ist soweit abgeschlossen, der Terminkalender steht, die Pferde befinden sich in Quarantäne und die Athleten sind eingekleidet.436 deutsche Sportler haben ihr Ticket nach China inzwischen in der Tasche und bereiten sich intensiv auf ihre Wettkämpfe vor. Jeder von ihnen hat sich hohe Ziele gesteckt, die sie unter den Augen der Welt erreichen möchten. Vor Ort werden die öffentlich-rechtlichen deutschen Sender mit 30 Kameras und mehreren hundert Reportern alle wichtigen Ereignisse dokumentieren. Durch die Zeitverschiebung von sechs Stunden werden in Deutschland jedoch die meisten Entscheidungswettkämpfe mitten in der Nacht übertragen. Die Kommentatoren vor Ort sind die Talkerin Sandra Maischberger und der Sportschaumoderator Ralf Scholt. Am Abend werden dann Zusammenfassungen der Ergebnisse, Ausblicke auf kommende Wettkämpfe und auch Eindrücke aus Peking ausgestrahlt. Da die Kontrolle über die ausgestrahlten Bilder nicht dem Gastgeberland unterliegt, kann eine durchaus kritischen Berichterstattung erwartet werden, die auch heikle Themen wie Doping und die politische Lage Chinas nicht außen vor lässt. Insgesamt sind über 300 Stunden Live-Übertragung geplant. Dabei wird keine Sportart ausgelassen, alle 302 Disziplinen finden Beachtung. Dies sind 12 mehr als bei der letzten Olympiade in Athen. Unter anderem finden nun Entscheidungen im 3000 Meter Hürdenlauf der Frauen, im 10 Kilometer Langstreckenschwimmen und in der Cross-Jagd auf BMX-Rädern statt. Für diese Disziplinen wurden jedoch andere gestrichen, so zum Beispiel zwei Wettkämpfe der Schützen. Die meisten Medaillenentscheidungen wird es mit 46 Wettbewerben im Schwimmen geben. In den Sportarten Softball und Baseball werden bei den diesjährigen Spielen das letzte Mal dabei sein, für die Olympiade in London sind sie nicht mehr vorgesehen.

Damit auch die Zuschauer vor Ort rechtzeitig zu den verschiedenen Hallen und Stadien finden, wurden 74 000 Freiwillige eingewiesen und vorbereitet. Auf fast alle Fragen rund um die Spiele kennen sie die richtigen Antworten. Jedoch kommt nur ein Bruchteil von ihnen nicht aus China- für den Besuch in Peking sollte also ein Wörterbuch im Gepäck nicht fehlen.

jetzt kommentieren? 24. Juli 2008

Sieg und Niederlage in Los Angeles

Wie nahe Sieg und Niederlage bei den Olympischen Spielen beieinander liegen, erlebte der deutsche Schwimmer Thomas Fahrner bei den Spielen 1984 in Los Angeles. Der damals 21-jährige ging als deutscher Favorit für die Goldmedaille im 400 Meter Freistil der Männer an den Start. Gerne wollte er im Entscheidungsrennen auf einer der äußeren Bahnen schwimmen, auf welchen die beiden langsamsten Schwimmer aus den Vorlaufrennen starten. Deshalb ließ er sich in seinem Vorlaufrennen im 400 Meter Freistil bewusst Zeit, eine Platzierung als siebter oder achter reichte ihm vollkommen. Jedoch verschätzte sich Fahrner und schlug erst als neunter Schwimmer an. Der große Traum vom olympischen Gold in einer Einzeldisziplin war geplatzt.Was darauf folgte, gab es kein zweites Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele. Da noch Zeit vorhanden war und die Zuschauer für ihr Eintrittsgeld etwas geboten bekommen sollten, wurde für die Disziplin 400 Meter Freistil der Männer ein B-Finalrennen angesetzt, in welchem die acht nicht für das Finale platzierten Athleten starteten. Unter ihnen Thomas Fahrner, der dieses Rennen deutlich für sich entschied. Doch entgegen dem sonstigen Jubel und Beifall blieb es still im Publikum. Es herrschte Betretenheit: Thomas Fahrner hatte mit einer Zeit von 3:50,91 Minuten die Zeit des Amerikaners George Dicarlo, der als Sieger aus dem A-Finale hervorging, unterboten und war sogar neuen olympischen Rekord geschwommen.

Zwar gewann er in Los Angeles zwei Medaillen, Silber zusammen mit der Mannschaft in der Staffel über 200 Meter Freistil und Bronze im Einzelrennen über 200 Meter Freistil, doch sicherlich wird bei der Rückreise die Enttäuschung über den so knapp verpassten Sieg überwogen haben.

Vier Jahre später startete Fahrner bei den Spielen in Seoul und gewann mit der deutschen Mannschaft die Bronze-Medaille in der Staffel über 200 Meter Freistil. Eine olympische Goldmedaille konnte er jedoch nicht erringen.

jetzt kommentieren? 21. Juli 2008

Olympia für Sammler

Rund um die Olympiaden werden die unterschiedlichsten Produkte angeboten, die für Sammler interessant sind: Briefmarken, Autogrammkarten, offizielle Souvenirartikel, Aufkleber und vieles, vieles mehr. Der Preis richtet sich nach der Größe und vor allem der Häufigkeit der begehrten Sammlerstücke.Besonders begehrt sind die offiziellen Olympiabücher, die nach den Spielen in Druck gehen und den Verlauf, die Ergebnisse und besondere Ereignisse bebildert wiedergeben. Die Bücher der neueren Spiele wurden in einer ausreichend großen Auflage gedruckt und sind noch immer neu verfügbar, die meisten älteren sind gebraucht für einen geringen Betrag zu kaufen. Es gibt jedoch eine Olympiade, deren offizielles Kompendium in deutscher Sprache in kaum einer privaten Sammlung vorhanden ist: das der Olympischen Sommerspiele 1948 in London.

Während des zweiten Weltkrieges wurden die Olympischen Spiele für 12 Jahre ausgesetzt. Als sie nach Ende des Krieges wieder stattfanden, wurden die Spiele London zugesagt, da die hiesigen Sportanlagen durch den Krieg nicht zerstört wurden und somit keine Kosten für eine Bereitstellung der entsprechenden Gegebenheiten anfielen. In jenem Jahr durften Deutschland und Japan keine Athleten zu den Wettkämpfen schicken, da diesen beiden Ländern als Initiatoren des Krieges angesehen wurden. Die Olympischen Spiele waren also bereits damals auch eine politisch geprägte Veranstaltung.

Entsprechend der Nichtteilnahme wurde in Deutschland sehr wenig über die Spiele publiziert. Zwar erschien im Schweizer Verlag Heinzmann, Zürich, ein entsprechendes deutschsprachiges Nachschlagewerk, doch sogar dieses ist inzwischen vergriffen oder, wenn es gebraucht angeboten wird, vergleichsweise teuer. In den diversen Chroniken, die alle Olympiaden von 1896 bis zu den aktuellen Spielen umfassen, sind jedoch die wichtigsten Ergebnisse der Wettbewerbe von 1948 zu finden.

Im Jahr 2012 wird London erneut Austragungsort der Olympischen Spiele sein. Aller Voraussicht nach, werden sich Sammler von diesem Ereignis das dazugehörige Nachschlagewerk zulegen können.

jetzt kommentieren? 17. Juli 2008

Reporter bei der Olympiade

Nicht nur für die Organisatoren und die Aktiven bedeutet die Olympiade ein großes Maß an Vorausplanung. Auch für die Berichterstatter vor Ort, die uns mit Bildern und Interviews, Berichten und Ergebnissen über jede stattfindende Prüfung informieren, beginnt die Vorbereitung schon einige Monate vor Beginn der Spiele. Rund um das Gelände des olympischen Dorfes herrschen strenge Sicherheitsbestimmungen. Ein herkömmlicher Presseausweis reicht nicht aus, um in das Zentrum des Geschehens zu gelangen und nah an den Sportlern zu sein.Reporter und Fotografen mussten bereits Anfang diesen Jahres ihr Interesse an der Berichterstattung bekunden und sich offiziell um den Zugang zum Gelände bewerben. Bis Mai erfolgten dann der Bescheid über eine Zulassung und die Ausgabe der entsprechenden Ausweise. Dabei erhält der Berichterstatter einen Ausweis entsprechend seines Schwerpunktes. Unterschieden wird beispielsweise zwischen einem allgemeinen Journalist und einem Reporter, der rein auf die sportlichen Wettkämpfe bezogen berichtet. Eine ähnliche Kategorisierung wird auch bei Fotografen vorgenommen. Nur akkreditierte Reporter dürfen das olympische Gelände überhaupt betreten. Auf diese Weise wird der Zugang der Journalisten und Fotografen zu den verschiedenen Austragungsorten reglementiert und verhindert, dass die Zahl der anwesenden Beobachter zu groß ist.

Neben diesen Ausweisen benötigen die Journalisten zusätzlich Visen, die ihnen einen Aufenthalt in China gestatten.

Eigens für die Spiele wurden in China neue Gesetze erlassen, wonach jede Person von einem Journalisten befragt oder fotografiert werden darf, sofern diese ihr Einverständnis dazu gibt. Ferner wurde absolute Pressefreiheit während der Spiele zugesichert. Diese Regelungen sind zeitlich auf einen kurzen Zeitraum beschränkt und gelten nur für die Vorbereitungen und die Spiele selbst. Nach den Paralympics, die im September stattfinden, werden die Gesetze wieder außer Kraft gesetzt.

Zu den Olympischen Spielen werden über 25 000 Journalisten aus allen Teilen der Welt erwartet, von denen etwa 5 500 akkreditiert sind.

jetzt kommentieren? 10. Juli 2008

Sponsoring bei Olympia

Eine so groß angelegte Veranstaltung wie die Olympischen Spiele kostet eine nicht unwesentliche Summe Geld. Ein großer Teil der Kosten wird über Sponsoren gedeckt, die als Gegenleistung mit den fünf Ringen, dem offiziellen Symbol der Olympischen Spiele, werben dürfen.Die diesjährigen Spiele werden unter anderem von Visa, Coca-Cola, Adidas und McDonalds finanziell unterstützt. Von der Investition erhoffen sich die Unternehmen eine vermehrte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und damit einen höheren Absatz ihrer Produkte.

Durch die Proteste während des Fackellaufes, die Chinas Tibetpolitik in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt und die Brisanz von Chinas Unterstützung der Regierung des Sudans wieder verdeutlicht haben, sehen sich die Sponsoren jedoch in einem Zwiespalt. Ihre aktive Unterstützung der Spiele könnte einen nicht unbedeutenden Imageschaden nach sich ziehen. Presse und Öffentlichkeit sehen die Investoren in einer moralischen Verpflichtung, ihre Entscheidung gegen das Sponsoring würde als Stellungnahme für die Menschenrechte gewertet.

Die Unternehmen möchten diesen Forderungen jedoch nicht Folge leisten. Immer wieder betonen die Sprecher, die Olympischen Spiele sollten als eine politikfreie Veranstaltung betrachtet werden; der Austragungsort biete nur die Rahmenbedingungen für den reibungslosen Ablauf.

Ganz so einfach ist die Situation dennoch nicht, denn China wird nicht unwesentlich von den Olympischen Spielen profitieren. Hier ist vor allem der Gewinn der Tourismusbranche durch die anreisenden Zuschauer aus der ganzen Welt zu nennen. Dementsprechend bedeutet eine Unterstützung der Spiele in gewissem Maße auch eine Unterstützung des Landes, in welchem sie stattfinden. Ferner bieten die Spiele auch chinesischen Firmen eine Plattform, sich selbst und somit China als Industrienation darzustellen.

Bereits jetzt wurde das Logo der Olympischen Spiele von Menschenrechtsaktivisten abgeändert: die fünf bunten Ringe wurden durch fünf ineinander greifende Handschellen ersetzt. Es ist davon auszugehen, dass während der Spiele vermehrt Protestaktionen stattfinden werden. Bleibt zu hoffen, dass diese gewaltfrei ablaufen und ausschließlich die sportlichen Leistungen der Aktiven für Schlagzeilen sorgen.

jetzt kommentieren? 09. Juli 2008

Von wegen Partystimmung

Man könnte meinen, dass in Peking auf Grund der anstehenden olympischen Spiele eine ausgelassene Partystimmung herrscht. Im Gegensatz dazu spürt man derzeit eher eine unangenehme Spannung in der Hauptstadt, in der in 40 Tagen die olympischen Sommerspiele ausgetragen werden sollen. Die Stadt ist unter ständiger Kontrolle. Diese Kontrolle hat nahezu schon pathologische Ausmaße angenommen. So sieht man überall Polizeiwägen und überall Kontrollen von Passanten und Fahrzeugen. Gesucht wird nach allem, was nicht in das Bild der Regierung passt: Bettlern, Schmugglern, Prostituierten, Alkoholsündern, Chinesen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung in Peking und Ausländern ohne gültigem Visum. In der ganzen Stadt sind Schilder angebracht, auf denen man die zahlreichen Regeln, die während der Spiele gelten, nachzulesen sind. Es besteht eine durchgehende Ausweispflicht, in Kneipen muss man sich situiert verhalten und wenn ein Pekinger Freunde aus dem Aus- oder Inland bei sich zu Gast hat und bei sich übernachten lassen will, muss dies zuerst melden und genehmigen lassen.Der Kontrollzwang endet hier aber noch lange nicht. In den kommenden Tagen wird auch damit begonnen, alle Fahrzeuge, die von außerhalb der Stadt kommen zu kontrollieren. Darüber hinaus müssen Tibeter, die muslimischen Uiguren, Bettler und Wanderarbeiter die Hauptstadt verlassen.

Der Grund für diese Maßnahmen sei nach wie vor die Angst vor Terroranschlägen, die die chinesische Regierung bereits zu Haufe kundgetan hat. Ein weiterer - und wahrscheinlich auch ein weitaus berechtigter - Grund ist die Angst, dass pro-tibetische Aktivisten die kommunistische Regierung in ein schlechtes Licht rücken könnten und diese sogar ins Wanken bringen könnten.

Das ganze scheint sich immer mehr in eine von Kontrollen und Zwängen behauptete Veranstaltung zu entwickeln, in der es keinen Platz für ausgelassene Freude und Spiele gibt, sondern wo man beim kleinsten Vergehen gegen irgendeine der zahlreichen Auflagen bestraft wird.

jetzt kommentieren? 01. Juli 2008

Umweltschutz bei den olympischen Spielen

Bekanntlich hat China große Umweltprobleme. Vor allem die schnell wachsende Wirtschaft und die damit verbundene Verschmutzung machen der Natur zu schaffen. Vielleicht aus diesem Grund war auch das Thema Umweltschutz in der Bewerbung Chinas für die olympischen Sommerspiele 2008 sehr offensiv, damit Kritik von vorn herein minimiert werden kann. „Die grünen olympischen Spiele” waren ein zentrales Thema in dieser Bewerbung. So plant beispielsweise die Hauptstadt Peking den Schadstoffausstoß von Kraftfahrzeugen auf ein Niveau herunterzuschrauben, das dem Europas entspricht. Das geht mit einem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel einher. Peking will 100 neue Buslinien schaffen mit insgesamt 7.000 Bussen. Auch das U-Bahn-Netz soll ausgebaut werden und auf 600 km bis 2010 ausgeweitet werden. Um die jedes Frühjahr kommenden Sandstürme auf die Stadt einzudämmen, wurden die im Norden angrenzenden Wälder aufgeforstet. Die Grünflächen und Naherholungsgebiete wurden ebenfalls um 50 Prozent ausgedehnt und darüber hinaus werden umweltfreundliche Technologien gefördert. Weiters werden stark die Umwelt belastende Industriebetriebe aus der Stadt ausgelagert.Auch eine bessere Aufarbeitung des Abwassers ist in Planung. Aus diesem Grund soll das Abwasser, das durch Käranlagen gereinigt wird, auf 86 Prozent erhöht werden. Ob diese guten Absichten schlussendlich auch die Wirkung haben, die China versprochen hat, wird die Zukunft zeigen. Der gute Wille scheint allerdings vorhanden zu sein.

jetzt kommentieren? 18. Juni 2008

Olympia 2008, Sommerspiele in Peking

79 Tickets wurden bereits circa zehn Wochen vor Beginn der Sommerspiele in Peking, vom Deutschen Olympischen Sportbund verteilt. 40 Frauen und 39 Männer haben ihren Platz in China, zu den 29. Olympischen Sommerspielen, in zwölf Sportarten schon mal sicher. Mitunter Speerwerferin Christina Obergföll und Tischtennis-Ass Timo Boll. Die 79 Plätze teilen sich wie folgt auf: es gingen fünf Plätze ans Badminton, vier ans Boxen, zehn sind im Fechten, zwei beim Gewichtheben, zehn beim Judo, im Kanu-Slalom sind es fünf Plätze, Leichtathletik hat neun, Radsport/Bahn hat sieben Plätze, im Segeln sind es zwölf , Taekwondo hat drei Plätze und im Tischtennis und Triathlon sind es jeweils sechs Plätze. Die nächsten Nominierungen folgen am 23. Juni und am 15. Juli.
Für den DOSB hat nun, durch die Verteilung der Tickets, der Countdown begonnen. Denn letztendlich sind die 79 Starter nur ein Sechstel des deutschen Teams. Zusammen mit den Basketballern, soll das Athleten Aufgebot 470 Teilnehmer umfassen. Insgesamt aber sind es mit den Betreuern des deutschen Teams in etwa 770 Personen, die dann nach Peking reisen werden. Meldeschluss ist am 23. Juli.

Die Kosten für das „Unternehmen Olympia” belaufen sich auf fünf Millionen Euro! Circa 3,5 Millionen davon steuert der Bund dabei zu.

jetzt kommentieren? 11. Juni 2008

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