Die „Wettkämpfe der Freundschaft” 1984
Aufgrund des Einmarsches sowjetischer Truppen 1979 in Afghanistan verweigerten viele Staaten die Teilnahme an den 1980 in Moskau stattfindenden Olympischen Spielen. Initiator dieses Boykotts war die USA; insgesamt 42 Staaten folgten dem Aufruf Jimmy Cartes. Folge dessen war die Nichtteilnahme aller Ostblockländer an den darauf folgenden Spielen 1984, die in Los Angeles stattfanden. Der offiziell genannte Grund der Absage waren die Bedenken um die Sicherheit um die Sportler. Nur Rumänien entzog sich diesem Gegen-Boykott und schickte Athleten in die USA.Als Gegenveranstaltung zu den Olympischen Spielen veranstalteten die 14 Länder, die nicht nach Los Angeles reisten, eine „Gegenolympiade”, die den offiziellen Namen „Wettkämpfe der Freundschaft” trug. Allein dieser Titel setzte bereits ein klares Zeichen gegenüber den nicht eingeladenen Staaten.
Entgegen der Tradition der Olympischen Spiele wurden die Wettkämpfe nicht an einem Ort ausgetragen und verzichtete auf zeremonielle Anteile. Die Wettkämpfe der insgesamt 27 Disziplinen fanden in der ehemaligen UDSSR, der Tschechoslowakei, Polen, der DDR, in Ungarn, Kuba, Nordkorea, der Mongolei und in Bulgarien statt. Da die Anreisewege der Sportler berücksichtigt wurden, verlängerte sich auch der Zeitraum dieser Ersatzolympiade und streckte sich von Juli bis September.
Zusätzlich zu den 24 Sportarten, in denen in Los Angeles Entscheidungswettkämpfe stattfanden, konnten die Athleten der Ersatzolympiade sich auch im Tennis und Tischtennis messen. Außerdem standen auch Wettkämpfe im Sambo auf dem Programm, einer russisch-sowjetischen Nahkampfart ohne Waffen.
Viele der bei der Ersatzolympiade erbrachten Leistungen standen jenen der offiziellen Spiele in nichts nach, jedoch wurde ihnen vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. Das angestrebte Ziel, mit den herausragenden Ergebnissen der Sportler die Ergebnisse der Olympioniken abzuwerten, konnte nicht umgesetzt werden. Viele der Athleten, die nicht zu den Spielen nach Los Angeles reisen durften, reagierten auf die Ankündigung der Ersatzolympiade wenig erfreut. Schließlich lagen bereits Monate der intensiven Vorbereitung hinter ihnen und nun wurde ihnen die Chance eines internationalen sportlichen Vergleiches genommen. Dennoch wurden mehrere Dutzend neue Weltrekorde in verschiedenen Disziplinen aufgestellt, der größte Teil davon im Gewichtheben.
jetzt kommentieren? 01. August 2008