Tagesarchiv für den 01. August 2008

Die „Wettkämpfe der Freundschaft” 1984

Aufgrund des Einmarsches sowjetischer Truppen 1979 in Afghanistan verweigerten viele Staaten die Teilnahme an den 1980 in Moskau stattfindenden Olympischen Spielen. Initiator dieses Boykotts war die USA; insgesamt 42 Staaten folgten dem Aufruf Jimmy Cartes. Folge dessen war die Nichtteilnahme aller Ostblockländer an den darauf folgenden Spielen 1984, die in Los Angeles stattfanden. Der offiziell genannte Grund der Absage waren die Bedenken um die Sicherheit um die Sportler. Nur Rumänien entzog sich diesem Gegen-Boykott und schickte Athleten in die USA.Als Gegenveranstaltung zu den Olympischen Spielen veranstalteten die 14 Länder, die nicht nach Los Angeles reisten, eine „Gegenolympiade”, die den offiziellen Namen „Wettkämpfe der Freundschaft” trug. Allein dieser Titel setzte bereits ein klares Zeichen gegenüber den nicht eingeladenen Staaten.

Entgegen der Tradition der Olympischen Spiele wurden die Wettkämpfe nicht an einem Ort ausgetragen und verzichtete auf zeremonielle Anteile. Die Wettkämpfe der insgesamt 27 Disziplinen fanden in der ehemaligen UDSSR, der Tschechoslowakei, Polen, der DDR, in Ungarn, Kuba, Nordkorea, der Mongolei und in Bulgarien statt. Da die Anreisewege der Sportler berücksichtigt wurden, verlängerte sich auch der Zeitraum dieser Ersatzolympiade und streckte sich von Juli bis September.

Zusätzlich zu den 24 Sportarten, in denen in Los Angeles Entscheidungswettkämpfe stattfanden, konnten die Athleten der Ersatzolympiade sich auch im Tennis und Tischtennis messen. Außerdem standen auch Wettkämpfe im Sambo auf dem Programm, einer russisch-sowjetischen Nahkampfart ohne Waffen.

Viele der bei der Ersatzolympiade erbrachten Leistungen standen jenen der offiziellen Spiele in nichts nach, jedoch wurde ihnen vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. Das angestrebte Ziel, mit den herausragenden Ergebnissen der Sportler die Ergebnisse der Olympioniken abzuwerten, konnte nicht umgesetzt werden. Viele der Athleten, die nicht zu den Spielen nach Los Angeles reisen durften, reagierten auf die Ankündigung der Ersatzolympiade wenig erfreut. Schließlich lagen bereits Monate der intensiven Vorbereitung hinter ihnen und nun wurde ihnen die Chance eines internationalen sportlichen Vergleiches genommen. Dennoch wurden mehrere Dutzend neue Weltrekorde in verschiedenen Disziplinen aufgestellt, der größte Teil davon im Gewichtheben.

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Die Olympischen Zwischenspiele von 1906

Im Jahr 1906 fanden in Athen außerhalb des sonstigen Rhythmus von vier Jahren Olympische Spiele statt.Hintergrund dieser Spiele war die Hoffnung Griechenlands, die Olympischen Spiele vor dem Hintergrund ihrer Entstehung und des Erfolges der in 1896 in Athen ausgetragenen Wettkämpfe dauerhaft an das eigene Land zu binden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde daher versucht, dieses Vorhaben im IOC durchzusetzen. Der damalige Vorsitzende, Pierre de Coubertin, wollte die Olympischen Spiele dagegen zu einer international frequentierten und angesehenen Veranstaltung etablieren; eine regelmäßige Austragung der Wettkämpfe in Athen würde dies jedoch deutlich behindern. Er schlug den Antrag ab, musste sich allerdings kurz darauf einem Kompromiss beugen. Dieser sah vor, den Zeitraum zwischen den Wettkämpfen auf zwei Jahre zu kürzen und die Olympischen Spiele immer im Wechsel in Athen und einer anderen Stadt stattfinden zu lassen. Finanzielle Engpässe behinderten die erste vorgesehene Durchführung der Spiele in Griechenland, die für 1902 angesetzt war. Für 1904 war die Austragung der Olympischen Sommerspiele bereits Chicago zugesagt worden (stattgefunden hat sie schlussendlich jedoch in St. Louis, Missouri), also wurde der neue Austragungsrhythmus erst 1906 eingeläutet.

Rund 900 Sportler reisten an, um sich in 15 Disziplinen zu messen. Viele der bis heute gültigen Rituale wurden bei dieser Veranstaltung initiiert. So begannen die Spiele erstmalig mit einer Eröffnungszeremonie, bei der die Aktiven mit ihrer Landesfahne in das Stadion einzogen, und die Sieger wurden zum ersten Mal mit der Vergabe von Medaillen und dem Spielen der Nationalhymne geehrt. Weiter wurden die Athleten gemeinsam untergebracht, woraus die Idee des Olympischen Dorfes entstand. Alle diese Neuerungen halten sich bis heute und prägen das Bild der Spiele.

Aus politischen Gründen wurden 1910 und 1914 keine Zwischenspiele in Griechenland abgehalten, und die Austragung kehrte zu ihrem althergebrachten Turnus zurück. Die Olympischen Zwischenspiele werden vom IOC bis heute nicht zu den offiziellen Spielen gezählt, weshalb die damals vergebenen Medaillen nicht in den ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele einfließen.

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