Monatsarchiv für Juli, 2008
Die Olympischen Spiele in ihrer heutigen Form beruhen auf einer langen Tradition. Bereits etwa 770 v. Chr. fanden auf der griechischen Halbinsel Peloponnes Wettkämpfe statt, auf welche die Olympiade zurückzuführen ist. Auch der Name „Olympiade” leitet sich daher ab, denn sowohl der Ort, an welchem das Turnier ausgetragen wurde, als auch die Zeit, die zwischen den Spielen verging, wurde damit benannt. Die Stätte „Olympia” war heilig und Zeus geweiht. Die Veranstaltung wurde zu Ehren der Götter, insbesondere zur Huldigung Zeus’ Mutter Rhea gehalten. Ganz ähnliche Wettkämpfe fanden auch in anderen Provinzen Griechenlands statt, unter anderem in Delphi, wo Apoll, der Gott der Künste und des Maßes geehrt wurde.Entgegen unserer Spiele bestand die Olympiade in der Antike ursprünglich lediglich aus einem Wettkampf: dem Wettlauf über rund 200 Meter. Der Sieger erhielt einen Kranz aus Olivenzweigen und durfte die heilige Flamme vor dem Zeusaltar entzünden. Den Platzierten wurde keinerlei Anerkennung zuteil. Zugelassen für den Wettkampf waren nur freie griechische Männer von guter Abstammung. Da diese sich ihrer Konkurrenz gänzlich unbekleidet stellten, durften verheiratete Frauen nicht zusehen.
Die Spiele wurden nach und nach durch weitere Wettkämpfe erweitert, so dass die ursprünglich nur einen Tag dauernde Veranstaltung schließlich auf fünf Tage erweitert wurde. Die Sportler konnten nunmehr im Ringen, Laufen, Boxen und im Fünfkampf ihre Überlegenheit demonstrieren. Der antike Fünfkampf (auch: Pentathlon) bestand aus den fünf Disziplinen Speer- und Diskuswurf, Sprung, Lauf und Ringen. Weiter fanden auch Wettbewerbe in der Disziplin „Pankration” statt, einer Mischung aus Boxen und Ringen, deren einzige Regeln die Verbote von Beißen und Augeneindrücken waren. Treten, schlagen, kratzen und würgen dagegen waren erlaubt. Ein Sieg war nur durch Aufgabe des Gegners zu erreichen; nicht selten starb einer der Athleten während des Wettkampfes.
Ebenfalls alle vier Jahre, jedoch zeitlich zwei Jahre zu den Olympischen Spielen versetzt, fanden Wettkämpfe ausschließlich für Frauen statt. Diese waren der Göttin Hera geweiht, der Schwester Zeus, die zur Wahrung des ehelichen Glücks und für eine leichte Niederkunft angerufen wurde.
Doch neben all den Unterschieden finden sich auch Gemeinsamkeiten zwischen den Spielen der Antike und unseren Olympischen Spielen. So wie die heutige Olympiade fanden auch die damaligen Wettkämpfe im Hochsommer statt und begannen mit einer Zeremonie, in welcher alle Athleten den Eid ablegen mussten, den Frieden der Spiele zu wahren.
Ein Ende fanden die Spiele der Antike vermutlich unter dem römischen Kaiser Theodosius I., der diesen heidnischen Brauch etwa 400 n. Chr. abschaffte.
Im Jahr 1894 wurden die Wettkämpfe durch Pierre de Coubertin wieder belebt, jedoch mit wechselnden Austragungsorten.
17. Juli 2008
Rund um die Olympiaden werden die unterschiedlichsten Produkte angeboten, die für Sammler interessant sind: Briefmarken, Autogrammkarten, offizielle Souvenirartikel, Aufkleber und vieles, vieles mehr. Der Preis richtet sich nach der Größe und vor allem der Häufigkeit der begehrten Sammlerstücke.Besonders begehrt sind die offiziellen Olympiabücher, die nach den Spielen in Druck gehen und den Verlauf, die Ergebnisse und besondere Ereignisse bebildert wiedergeben. Die Bücher der neueren Spiele wurden in einer ausreichend großen Auflage gedruckt und sind noch immer neu verfügbar, die meisten älteren sind gebraucht für einen geringen Betrag zu kaufen. Es gibt jedoch eine Olympiade, deren offizielles Kompendium in deutscher Sprache in kaum einer privaten Sammlung vorhanden ist: das der Olympischen Sommerspiele 1948 in London.
Während des zweiten Weltkrieges wurden die Olympischen Spiele für 12 Jahre ausgesetzt. Als sie nach Ende des Krieges wieder stattfanden, wurden die Spiele London zugesagt, da die hiesigen Sportanlagen durch den Krieg nicht zerstört wurden und somit keine Kosten für eine Bereitstellung der entsprechenden Gegebenheiten anfielen. In jenem Jahr durften Deutschland und Japan keine Athleten zu den Wettkämpfen schicken, da diesen beiden Ländern als Initiatoren des Krieges angesehen wurden. Die Olympischen Spiele waren also bereits damals auch eine politisch geprägte Veranstaltung.
Entsprechend der Nichtteilnahme wurde in Deutschland sehr wenig über die Spiele publiziert. Zwar erschien im Schweizer Verlag Heinzmann, Zürich, ein entsprechendes deutschsprachiges Nachschlagewerk, doch sogar dieses ist inzwischen vergriffen oder, wenn es gebraucht angeboten wird, vergleichsweise teuer. In den diversen Chroniken, die alle Olympiaden von 1896 bis zu den aktuellen Spielen umfassen, sind jedoch die wichtigsten Ergebnisse der Wettbewerbe von 1948 zu finden.
Im Jahr 2012 wird London erneut Austragungsort der Olympischen Spiele sein. Aller Voraussicht nach, werden sich Sammler von diesem Ereignis das dazugehörige Nachschlagewerk zulegen können.
17. Juli 2008
Der Countdown hat begonnen, in weniger als 30 Tagen wird das sportliche Event diesen Jahres eröffnet. Für die Sportler beginnt nun bald die Zeit des Kofferpackens. Als Unterstützung erhalten alle Aktiven derzeit die offizielle Olympia-Ausstattung. In der Kurmainz-Kaserne in Mainz können die etwa 450 Athleten und über 200 Funktionäre ein Paket mit 70 Teilen in Empfang nehmen.Das rund 3000 Euro teure Bündel enthält alles Nötige für die Zeit in Peking: unter vielem anderen Körperpflegeprodukte und Handtücher, Sonnenbrillen und natürlich auch die Bekleidung für die verschiedensten Anlässe. Lange Trainingsanzüge und kurze Trikots sorgen neben eleganter Garderobe für ein einheitliches Auftreten der deutschen Olympioniken. Damit alles passt, musste im Voraus eine Maßtabelle ausgefüllt werden, nach deren Vorgabe die Kleidung bestellt wurde. Eine Anprobe bei der Ausgabe zeigt, ob die einzelnen Teile optimal sitzen. Ist dies nicht der Fall, legt eine der anwesenden Schneiderinnen ein letztes Mal Hand an.
Rund 50 Aktive kommen täglich in die Kaserne, um ihr Paket abzuholen. Der durchdachten Organisation der Helfer aus den Reihen der Bundeswehr ist es zu verdanken, dass der Ansturm in geordneten Bahnen verläuft und für jede Frage und jede Änderung genügend zeitliche Kapazität zur Verfügung steht.
Insgesamt werden mehr als 100.000 Gegenstände ausgegeben, die alle von Sponsoren des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) bereitgestellt werden. Für die Sportbekleidung zeichnet sich die Firma Adidas verantwortlich, die Kombinationen der Damen und Anzüge der Herren für die Eröffnungszeremonie entstammen den Kollektionen von Betty Barclay und Bäumler.
Noch bis zum 31. Juli können die Utensilien von den Olympioniken in der Kurmainz-Kaserne entgegengenommen werden.
Ein großer Teil der Utensilien wurde im Austragungsland China hergestellt und eigens für die Olympioniken nach Deutschland eingeflogen. Zusammen mit der Ausrüstung fliegt im August auch die Hoffnung mit nach Peking, dass die Produkte unserer Mannschaft in ihrem Herkunftsland Glück bescheren.
17. Juli 2008
Nicht nur für die Organisatoren und die Aktiven bedeutet die Olympiade ein großes Maß an Vorausplanung. Auch für die Berichterstatter vor Ort, die uns mit Bildern und Interviews, Berichten und Ergebnissen über jede stattfindende Prüfung informieren, beginnt die Vorbereitung schon einige Monate vor Beginn der Spiele. Rund um das Gelände des olympischen Dorfes herrschen strenge Sicherheitsbestimmungen. Ein herkömmlicher Presseausweis reicht nicht aus, um in das Zentrum des Geschehens zu gelangen und nah an den Sportlern zu sein.Reporter und Fotografen mussten bereits Anfang diesen Jahres ihr Interesse an der Berichterstattung bekunden und sich offiziell um den Zugang zum Gelände bewerben. Bis Mai erfolgten dann der Bescheid über eine Zulassung und die Ausgabe der entsprechenden Ausweise. Dabei erhält der Berichterstatter einen Ausweis entsprechend seines Schwerpunktes. Unterschieden wird beispielsweise zwischen einem allgemeinen Journalist und einem Reporter, der rein auf die sportlichen Wettkämpfe bezogen berichtet. Eine ähnliche Kategorisierung wird auch bei Fotografen vorgenommen. Nur akkreditierte Reporter dürfen das olympische Gelände überhaupt betreten. Auf diese Weise wird der Zugang der Journalisten und Fotografen zu den verschiedenen Austragungsorten reglementiert und verhindert, dass die Zahl der anwesenden Beobachter zu groß ist.
Neben diesen Ausweisen benötigen die Journalisten zusätzlich Visen, die ihnen einen Aufenthalt in China gestatten.
Eigens für die Spiele wurden in China neue Gesetze erlassen, wonach jede Person von einem Journalisten befragt oder fotografiert werden darf, sofern diese ihr Einverständnis dazu gibt. Ferner wurde absolute Pressefreiheit während der Spiele zugesichert. Diese Regelungen sind zeitlich auf einen kurzen Zeitraum beschränkt und gelten nur für die Vorbereitungen und die Spiele selbst. Nach den Paralympics, die im September stattfinden, werden die Gesetze wieder außer Kraft gesetzt.
Zu den Olympischen Spielen werden über 25 000 Journalisten aus allen Teilen der Welt erwartet, von denen etwa 5 500 akkreditiert sind.
10. Juli 2008
Eine so groß angelegte Veranstaltung wie die Olympischen Spiele kostet eine nicht unwesentliche Summe Geld. Ein großer Teil der Kosten wird über Sponsoren gedeckt, die als Gegenleistung mit den fünf Ringen, dem offiziellen Symbol der Olympischen Spiele, werben dürfen.Die diesjährigen Spiele werden unter anderem von Visa, Coca-Cola, Adidas und McDonalds finanziell unterstützt. Von der Investition erhoffen sich die Unternehmen eine vermehrte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und damit einen höheren Absatz ihrer Produkte.
Durch die Proteste während des Fackellaufes, die Chinas Tibetpolitik in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt und die Brisanz von Chinas Unterstützung der Regierung des Sudans wieder verdeutlicht haben, sehen sich die Sponsoren jedoch in einem Zwiespalt. Ihre aktive Unterstützung der Spiele könnte einen nicht unbedeutenden Imageschaden nach sich ziehen. Presse und Öffentlichkeit sehen die Investoren in einer moralischen Verpflichtung, ihre Entscheidung gegen das Sponsoring würde als Stellungnahme für die Menschenrechte gewertet.
Die Unternehmen möchten diesen Forderungen jedoch nicht Folge leisten. Immer wieder betonen die Sprecher, die Olympischen Spiele sollten als eine politikfreie Veranstaltung betrachtet werden; der Austragungsort biete nur die Rahmenbedingungen für den reibungslosen Ablauf.
Ganz so einfach ist die Situation dennoch nicht, denn China wird nicht unwesentlich von den Olympischen Spielen profitieren. Hier ist vor allem der Gewinn der Tourismusbranche durch die anreisenden Zuschauer aus der ganzen Welt zu nennen. Dementsprechend bedeutet eine Unterstützung der Spiele in gewissem Maße auch eine Unterstützung des Landes, in welchem sie stattfinden. Ferner bieten die Spiele auch chinesischen Firmen eine Plattform, sich selbst und somit China als Industrienation darzustellen.
Bereits jetzt wurde das Logo der Olympischen Spiele von Menschenrechtsaktivisten abgeändert: die fünf bunten Ringe wurden durch fünf ineinander greifende Handschellen ersetzt. Es ist davon auszugehen, dass während der Spiele vermehrt Protestaktionen stattfinden werden. Bleibt zu hoffen, dass diese gewaltfrei ablaufen und ausschließlich die sportlichen Leistungen der Aktiven für Schlagzeilen sorgen.
09. Juli 2008
Die ersten Olympischen Spiele wie wir sie kennen fanden im Jahr 1896 in Athen statt. Die teilnehmenden Athleten waren allesamt Amateure, die für ihre sportlichen Leistungen nicht finanziell entlohnt wurden. Auch ein Sieg bei den Spielen brachte keinen materiellen Gewinn für die Sportler mit sich, jedoch war ihnen ein wachsender Bekanntheitsgrad und hohes gesellschaftliches Ansehen gewiss.Um sich beides zu sichern, putschten die Teilnehmer sich mit den unterschied-lichsten Mitteln auf. Belegt sind die Einnahme von Kokain und Strychnin, in der jüngeren Geschichte der Spiele dann abgelöst von Amphetaminen und Anabolika.
Die daraus resultierenden, teils deutlich besseren Ergebnisse wurden zum einen nicht hinterfragt, zum anderen war diese ursprüngliche Form des Dopings auch keineswegs anrüchig sondern vielmehr eine zulässige Art, einen Vorsprung zu gewinnen.
Im Jahr 1999 wurde die WADA, die World Anti Doping Agency, gegründet. Diese internationale Einrichtung ist zuständig für die Überwachung der Sportler vor und während Wettkämpfen hinsichtlich der Einnahme aufputschender Substanzen. Dabei werden verbotene Stoffe durch Urin- oder Bluttests nachgewiesen. Wann diese Stichproben durchgeführt und welche Sportler überprüft werden, wird im Vorfeld nicht bekannt gegeben. Die Proben selbst werden nach der Kontrolle für mehrere Jahre eingefroren. So kann Verdachtsfällen auch im Nachhinein noch nachgegangen werden.
Die Arbeit des WADA versteht sich als ein Schutz der anderen Sportler und der Wahrung von Chancengleichheit. Weiter soll über die Schädlichkeit der zum Doping verwendeten Substanzen aufgeklärt werden. Nicht alle Mittel sind völlig unbedenklich, nach der Einnahme kann es zu Kreislaufversagen oder Herzstillstand kommen, die letztlich auch zum Tod führen können. So starb bereits im Jahr 1967 der Radrennprofi Tony Simpson an den Nebenwirkungen des von ihm eingenommenen Präparats.
Während bei einem Nachweis von Aufputschmitteln zwar der Ausschluss von sportlichen Veranstaltungen und der Verlust des Rufes die Folge sind, ist Doping selbst nicht strafbar. Nur der Besitz entsprechender Substanzen und die Verabreichung der Mittel ohne das Wissen und die Einwilligung des Sportlers können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Um Doping bereits im Vorfeld der Olympiade einzuschränken, sind bereits jetzt Kontrolleure dabei, die Sportler im Training aufzusuchen und Proben zu nehmen. Angestrebt sind weit über 4000 Dopingtests vor und während der Spiele. Jede auffällige Leistung wird direkt im Anschluss überprüft. Es besteht die Hoffnung, dass die breit angelegten Tests die Sportler vom Doping abschrecken und die diesjährigen Spiele frei von diesbezüglichen Skandalen ablaufen.
Ein Sieg bei der Olympiade bedeutet heute jedoch in erster Linie einen Gewinn an Geld, so wird der erfolgreiche Sportler beispielsweise interessant für Firmen, die ihre Produkte mit dem bekannten Gesicht vermarkten wollen. Damit einher geht jedoch auch ein wachsender Leistungsdruck, dem standzuhalten sehr schwierig ist. Der Forderung nach immer besseren Leistungen sind die natürlichen Grenzen des menschlichen Körpers entgegengesetzt. Oftmals ist eine Steigerung der eigenen Möglichkeiten durch Aufputschmittel die einzige Möglichkeit der Sportler, der Konkurrenz gewachsen zu bleiben.
Möglicherweise kann die vermehrte Aufmerksamkeit, die dem Problem Doping entgegengebracht wird, zusammen mit den verschärften Kontrollen die Olympischen Spiele wieder zu ihren Ursprüngen zurück geleiten und schafft damit die Chance des rein sportlichen Vergleiches der Athleten.
09. Juli 2008
1920 wurde das olympische Zeichen erstmals verwendet. Es besteht aus fünf gleichgroßen verschiedenfarbigen Ringen die in zwei Reihen angeordnet sind. In der oberen Reihe finden sich die Ringe in den Farben blau, schwarz und rot, die durch die Ringe der unteren Reihe, die in den Farben gelb und grün gehalten sind, verbunden werden. Doch auch eine sechste Farbe findet sich in dem Symbol, auch wenn sie kaum bemerkt wird: Die Ringe stehen vor einem weißen Hintergrund. Doch welche Bedeutung trägt dieses Emblem?Entworfen wurde es im Jahr 1913 von dem Franzosen Pierre de Coubertin, der 19 Jahre zuvor das Internationale Olympische Komitee (IOC) gründete. Zum ersten Mal genutzt wurde das Symbol jedoch erst sieben Jahre später bei den Spielen in Antwerpen. Seither steht es sinnbildlich für die Olympischen Spiele und schmückt sowohl die Medaillen als auch jedes offizielle Souvenir.
Die fünf Ringe symbolisieren die fünf Kontinente, die zwar für sich selbst stehen können, aber doch miteinander verbunden sind. Sie repräsentieren dadurch auch einen Grundgedanken der Spiele: Sportler jeder Nation treffen in einem Wettkampf aufeinander, zu dem jeder Teilnehmer mit den gleichen Chancen und unter denselben Voraussetzungen antritt.
Entgegen der sich haltenden Annahme stehen die farbigen Ringe nicht stellvertretend für einen bestimmten Kontinent. Oftmals wird angegeben, dass der gelbe Ring Asien, der grüne Australien, der schwarze Afrika, der rote Amerika und der blaue Ring Europa symbolisiert. Vielmehr wurden die sechs Farben gewählt, da in jeder Flagge der Welt mindestens eine dieser Farben Verwendung findet.
Mitte 2004 trat ein Gesetz in Kraft, welches die Verwendung der Bezeichnung „Olympische Spiele” im Zusammenhang mit dem dazugehörigen Symbol offiziell regelt. Demnach ist zwar die Verwendung in urheberrechtlich geschütztem Material grundsätzlich genehmigt, jede andere gewerbliche Nutzung, die nicht ausdrücklich durch das IOC genehmig wurde, wird jedoch geahndet. Demnach darf das Symbol also nur in der offiziellen Werbung für die Olympischen Spiele sowie von den Sponsoren gebraucht werden.
07. Juli 2008
Die olympischen Reiterspiele finden nicht in Peking, sondern im Reitsportzentrum „Hong Kong Hockey Club” in Hongkong statt, wo alle Prüfungen nahe beieinander stattfinden können. Im Zuge der Vorbereitung auf die Spiele wurden diverse neue Gebäude errichtet, um den Ansprüchen der Reiter und Pferde genüge zu tun; unter anderem klimatisierte Ställe, Reitplätze und eine Pferdeklinik für den Fall, dass sich ein Pferd während der Veranstaltung verletzt.Ausschlaggebend für die Auslagerung der Reiter nach Hongkong sind unterschiedliche Seuchenbestimmungen der teilnehmenden Länder. So könnten auch die deutschen Pferde zwar ohne Probleme nach China einreisen, hätten nach Ende der Spiele, so sie in Peking stattfinden würden, unter Umständen jedoch nicht in ihr Heimatland zurückreisen dürfen.
Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung durchaus nachzuvollziehen, dennoch hat sich jeder der teilnehmenden deutschen Reiter genau überlegt, ob er die strapaziöse Reise nach Hongkong antreten soll. Grund hierfür sind vor allem die gänzlich anderen klimatischen Bedingungen, auf welche die Tiere nicht vorbereitet werden können. Die Temperaturen in China können im August bis an die 40 Grad betragen, und die zusätzlich herrschende Schwüle kann durchaus schwerwiegende Probleme mit sich bringen. Zwar sind Pferde enorm schwitzfähig und können auch bei hohen Temperaturen ohne Bedenken normal geritten werden, doch feuchte Luft verhindert die Abgabe des Schweißes und unterbindet dadurch den Kühlungseffekt.
Viele der deutschen Reiter sehen den Spielen daher sehr skeptisch entgegen. Auch wenn die Prüfungen selber meist nur wenige Minuten dauern, verlangen sie den Paaren ein hohes Maß an Konzentration und Anstrengung ab. Um die Leistungsfähigkeit und Kraft der Tiere nicht zu gefährden, sollte die Abkühlung danach schnell, aber auch schonend erfolgen. Die Pferde werden nach den Prüfungen lange herumgeführt um den Kreislauf wieder zu normalisieren, zusätzlich werden sie mit sehr kaltem Wasser abgeduscht. Doch erst das Training vor Ort wird zeigen, wie gut sich die Tiere mit den Temperaturen zurechtfinden und welche Möglichkeiten der Abkühlung effektvoll sind und den Kreislauf der Pferde schonen.
Ganz klar ist für unsere Equipe, dass die Gesundheit der Tiere zu jeder Zeit im Vordergrund steht, auch wenn dies bedeutet, an den Spielen letztlich nicht teilnehmen zu können. Es bleibt zu hoffen, dass keiner der Reiter vorzeitig zurückziehen muss und dass Erfolg die Mühen belohnen wird!
07. Juli 2008
In sechs Wochen beginnen die olympischen Sommerspiele in Peking. Nun hat die chinesische Regierung ihre lokalen Sicherheitsbehörden und Verwaltungen dazu aufgerufen, Demonstrationen und Proteste im Keim zu ersticken und zu unterbinden und Bittsteller erst gar nicht nach Peking einreisen zu lassen. Diese Botschaft ist auch auf diversen Internetseiten der Provinzverwaltungen nachzulesen, dass ein harmonisches und sicheres Umfeld für die olympischen Sommerspiele gewährleistet werden muss. Es wurden auch weitläufigere Vorkehrungen getroffen. So wurden Aktivisten von der Regierung verwarnt, während der Spiele Kontakt mit ausländischen Medien aufzunehmen und auch das Geben von Interviews wurde verboten.Auch die Menschaufläufe, die sich Tag täglich vor der Regierung einfinden, um den Behörden ihre Anliegen vorzutragen, geraten immer mehr unter Druck und werden von Sicherheitsbeamten unter Zwang wieder in ihre Heimatprovinzen zurückgesendet.
Von freier Berichterstattung fehlt momentan auch jede Spur. Ursprünglich hatte China der Welt zugesichert, dass es Journalisten erlaubt sei, frei aus dem Land berichten zu können. Es wurde vereinbart, dass ausländische Medien zur Führung des Interviews lediglich die Zustimmung des Interviewpartners benötigen. Mit den neu getroffen Maßnahmen, dass potentiellen Interviewpartnern von vorn herein ein Verbot auferlegt wird, geht China nun einen anderen Weg und will freie Berichterstattung - unter Einhaltung der vorher zugesagten Medienfreiheit - von vorne herein unterbinden. Doch auch die Bevölkerung versucht sich gegen diese Bestimmungen zu wehren. So fand am vergangen Wochenende eine Protestaktion von mehr als 30.000 Menschen statt, die gegen die Bestimmungen der Lokalverwaltungen demonstrierten.
Die Unruhen fanden ihren Ursprung nicht zu letzt im Tod einer Schülerin, die anscheinend vom Sohn eines hohen Funktionärs vergewaltigt und anschließend umgebracht worden sein soll. Die Polizei setze nun alles daran, diesen Fall zu vertuschen und nicht publik werden zu lassen. Der Onkel des Mädchens versuchte der Sache auf die Spur zu kommen und bei dieser Unternehmung wurde er verhaftet und im Gefängnis zu Tode geprügelt. China versuchte zunächst auch diesen Protest zu vertuschen. Das Internet war allerdings schneller, als die zuständigen Behörden und so musste auch die staatliche Nachrichtenagentur die Nachrichten immer mehr an die Wahrheit anpassen. Nachdem der Protest zunächst gar nicht existierte, wurde danach von 300 und später von den echten 30.000 Demonstranten gesprochen. Im Zuge des Protestes wurden 300 Leute verhaftet und die Stadt, in der der Protest stattfand, wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag von der Außenwelt abgeriegelt.
Nun sei die Staatsanwaltschaft auch bereit, den Fall der Schülerin neu aufzurollen. Dennoch haben Stabilität und Harmonie im Moment die höchste Priorität.
02. Juli 2008
Oft schon betonte die Regierung in Peking wie wichtig ihr die Sicherheit während der olympischen Spiele ist. Neben den bereits bekannten Sicherheitsvorkehrungen hat Peking in der letzten Woche wieder hunderte neuer Sicherheitsbestimmungen bekanntgegeben. Diese Maßnahmen übersteigen aber bei weitem der Angst vor Terroranschlägen und könnten sogar einigen Unternehmen den Kopf kosten.Eine dieser neuen Bestimmungen ist, dass während der olympischen Sommerspiele keine neuen Kundenverträge für Handy, Telefon und Internet abgeschlossen werden dürfen. Die Regierung begründet dies damit, dass die Netzwerkstabilität nicht gefährdet werden soll.
Auch das Logistikwesen und die Chemieindustrie schweben in Gefahr. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit hat beschlossen, dass bis Anfang Oktober keine Gefahrenguttransporte passieren dürfen. In einigen Städten geht diese Regelung sogar soweit, dass weder Kugelschreiber, Batterien, oder Zitronensäuren transportiert werden dürfen.
Seit Beginn Juni ist es für Kurierdienste und die Post auch verboten Pulver, Flüssigkeiten und Datenträger zu transportieren. Ebenso wurde der LKW-Betrieb stark eingeschränkt. Um die neuen Abgasnormen einzuhalten, dürfen keine Lastwägen von außerhalb Pekings in die Stadt fahren. Um die Luftqualität noch weiter verbessern zu können, müssen tausende Fabriken in und um Peking schon seit Wochen ihre Tätigkeit ruhen lassen und sind stillgelegt. Dies betrifft unter anderem 43 Stahlwerke, welche insgesamt für zirka 20 Prozent der Stahlproduktion in China verantwortlich sind. Viele Unternehmer, die auf die Stahlprodukte angewiesen sind, fürchten nun deshalb, dass es zu Engpässen und damit verbunden Preissteigerungen kommen wird.
Auch der Tourismus hat zu kämpfen. Anfangs wurde noch ein sattes Plus von rund 4,5 Milliarden Dollar (rund drei Millionen Euro) spekulierte. Nun wurde diese anfängliche Annahme revidiert. Nicht zu letzt wegen der bisherigen 40 Prozent an Ausfällen bei den Buchungen, rechnen Spezialisten mittlerweile mit einem Minus oder Maximal einer Kostendeckung.
02. Juli 2008
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