Tagesarchiv für den 18. Juli 2008

Luz Long und Jesse Owens

Olympia ist eine Veranstaltung, in der aufgrund der Größe die Erlebnisse Einzelner meist untergehen. Nicht so jedoch die Geschichte von Luz Long und Jesse Owens.Die beiden Sportler fanden sich 1936 als Widersacher zu den Olympischen Spielen in Berlin ein, wo sie im Weitsprung gegeneinander antraten. Während Luz Long sich ohne Schwierigkeiten für das Finale in dieser Disziplin qualifizierte, hatte Jesse Owens Probleme mit seinem Anlauf. Nach dem zweiten ungültigen Versuch nahm Long seinen Konkurrenten zur Seite und gab ihm wertvolle Tipps, die dieser in seinem dritten Versuch umsetzte und so ebenfalls den Sprung ins Finale schaffte.

Am Ende ging Jesse Owens mit einer gesprungen Weite von 8,06 Metern als Sieger aus dem Wettkampf hervor, Luz Long unterlag knapp mit 7,87 Metern und erhielt die Silbermedaille. Doch statt sich darüber zu ärgern, gratulierte Long dem Sieger. Viele Jahre später verlieh das Internationalen Olympischen Komitee Luz Long posthum für sein vorbildliches Verhalten die Pierre-de-Coubertin-Madaille. Diese Auszeichnung gilt als die höchste unter Sportlern.

Jesse Owens konnte bei den Spielen in Berlin über seinen Erfolg im Weitsprung hinaus auch im Kurzstreckenlauf über 100 und 200 Meter und im Staffellauf Goldmedaillen in Empfang nehmen. Vor allem die Tatsache, dass er diese Triumphe vor den Augen Adolf Hitlers feierte, brachte dem schwarzen Läufer den Status des Superstars ein. Nach der äußerst erfolgreichen Teilnahme an den Olympischen Spielen gab Owens seine Karriere als Leistungssportler jedoch auf und wechselte ins Showgeschäft. Von nun an trat er in Schauläufen gegen andere Läufer und sogar gegen Pferde an. Mehr über sein bewegtes Leben kann in der Autobiographie „The Jesse Owens Story” nachgelesen werde, die 1970- allerdings nur in Englisch- erschien.

Den Sportlern zum Andenken wurden Straßen nach ihnen benannt: Zum einen die Jesse-Owens-Allee in der Nähe des Berliner Olympiastadions, zum anderen der Luz-Long-Weg nahe der Universität Leipzig.

Trotz der Freundschaft, welche sich bei der Olympiade 1936 zwischen den Sportlern entwickelte, haben sich die beiden Männer nicht noch einmal gesehen, denn Luz Long starb 1943 während des 2. Weltkrieges auf Sizilien.

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Der olympische Eid

Bereits bei den Olympischen Spielen der Antike war es Tradition, dass die Athleten schworen, die Regeln der Wettkämpfe zu achten und sich den Mitstreitern gegenüber fair zu zeigen.Bei den Spielen 1920 in Antwerpen wurde dieser Brauch wieder eingeführt. Seither wird vor Beginn der Sommer- und auch der Winterspiele der Olympische Eid geschworen. Durch die Größe der Veranstaltung ist es nicht möglich, dass jeder Sportler den Eid persönlich ablegt, deshalb spricht einer der Athleten des Austragungslandes den Schwur stellvertretend für alle Teilnehmer in der Amtssprache. In Antwerpen fiel diese Ehre dem Fechter Victor Boin zu. Er sprach die Worte, die lange Zeit der offizielle Eid der Olympischen Spiele blieben: „Wir schwören, dass wir an den Olympischen Spielen als ehrenwerte Kämpfer teilnehmen, die Regeln der Spiele achten und uns bemühen werden, ritterliche Gesinnung zu zeigen, zur Ehre unseres Vaterlandes und zum Ruhme des Sports.”

Im Jahr 1964, bei den Spielen in Tokio, wurde eine andere Version des Eides eingeführt. Von nun an lautete er: „Im Namen aller Teilnehmer verspreche ich, dass wir uns bei den Olympischen Spielen als loyale Wettkämpfer erweisen, ihre Regeln achten und teilnehmen im ritterlichen Geist zum Ruhme des Sports und zur Ehre unserer Mannschaften.”

Eine weitere Neuerung gab es im Jahr 2000, als die Spiele in Sydney stattfanden. Die Zunahme des Dopings unter den Sportlern gab Anlass, den Eid um eine Passage zu erweitern, welche die Abkehr von Aufputschmitteln beinhaltet: „Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft.”

Ebenfalls Tradition ist es, auch die Schiedsrichter ihre Unvoreingenommenheit schwören zu lassen: „Bei meiner Ehre erkläre ich, dass ich mich als Kampfrichter nur vom Geiste der sportlichen Fairness und der Würde des Sports leiten lassen werde. Ich verpflichte mich, die gezeigten Leistungen ohne Rücksicht auf die Person oder die Nation gewissenhaft zu beurteilen.”

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich weder die Athleten noch die Unparteiischen unbedingt an den geleisteten Schwur halten. Auch bei den bevorstehenden Spielen wird wieder der Olympische Eid geleistet. Es bleibt abzuwarten, wie ernst er in diesem Jahr genommen wird.

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