Monatsarchiv für Juli, 2008

Die Gesamtdeutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen

Für die Olympischen Spiele in den Jahren 1956, 1960 und 1964 stellten die beiden freien deutschen Reiche, also die BRD und die damalige DDR, eine gemeinsame deutsche Mannschaft. Für die Qualifikation zur Teilnahme an den Spielen fanden Entscheidungswettkämpfe zwischen den Sportlern der beiden Länder statt.Um die Sportlern nach außen als eine Mannschaft zu präsentieren, wurde GER als gemeinsames Länderkürzel genutzt, was jedoch rückwirkend durch den IOC geändert wurde. Nun erscheint bei Berichten über die Teilnahme der Gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen das Kürzel EUA für Équipe unifiée d’Allemagne (Vereinigte deutsche Reiche). Weiter wurde entschieden, dass bei dem Gewinn einer Medaille nicht die Nationalhymne des Landes, aus dem der erfolgreiche Sportler stammt, gespielt wurde, sondern dass die Ehrung durch ein neutrales Musikstück geschehen sollte. Dazu fiel die Wahl auf die 9. Symphonie Ludwig van Beethovens, die „Ode an die Freude”, die als gemeindeutsches Kulturgut angesehen wurde.

Im Jahr 1959 führte die DDR eine eigene Staatsflagge ein, die vor dem schwarz- rot- gold- gestreiften Hintergrund ein Emblem mit Hammer und Zirkel zeigte. Dadurch stellte sich den Olympischen Komitees der beiden Länder die Frage, unter welcher Flagge die Mannschaft starten sollte. Schließlich fiel die Entscheidung für einen Kompromiss. Es wurde der schwarz- rot- gold gefärbte Hintergrund genutzt, der Bestandteil der Nationalflaggen der DDR und der BRD war. In dessen roten Streifen waren jedoch die fünf olympischen Ringe in weißer Farbe eingebracht, um nach außen deutlich zu machen, dass diese Einigung nur für den Zeitraum der Olympischen Spiele galt. Diese Flagge wurde für die Spiele in Rom und in Tokio genutzt.

Zwar traten die Sportler als eine gemeinsame Mannschaft auf, jedoch waren gemischte Teams bei Mannschaftswettbewerben eher die Ausnahme, da kaum die Möglichkeit einer gemeinsamen Vorbereitung gegeben war.  Eine der wenigen Ausnahme war die Kanustaffel der Olympiade im Jahr 1960, die aus je zwei Kanuten der BRD und DDR bestand und eine Goldmedaille gewann.

Ab 1968 starteten die Sportler der BRD und der DDR als getrennte Mannschaften und repräsentierten damit die politische Situation ihrer Länder.  

Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville traten erstmals nach 56 Jahren wieder Sportler aus einem geeinten Deutschland unter einer Flagge zu den Wettkämpfen an.

jetzt kommentieren? 29. Juli 2008

Die Stadt Peking

Seit 1949 ist Peking wieder die Hauptstadt der Volksrepublik Chinas und Sitz der Zentralen Volksregierung. Hier leben und arbeiten fast 15 Millionen Menschen. Im August wird die ganze Welt nach Peking blicken. Die Olympischen Spiele ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich und beinahe das gesamte Leben in der Stadt richtet sich auf die Veranstaltung aus. Doch davon unabhängig hat Peking für Touristen sehr viel zu bieten.Pflichtprogramm ist sicherlich die „Verbotenen Stadt”. Hinter hohen roten Mauern stehen 890 Paläste, in denen einst die chinesischen Kaiser lebten. Während der Kaiserzeit war jedem, der nicht direkt im Dienst des Kaisers stand, der Zutritt strengstens untersagt. Erst seit dem ausgehenden 20 Jahrhundert ist die Stadt in der Stadt für Besucher geöffnet. Interessantes Detail der Paläste ist, das sie alle zusammen über insgesamt 9999 einhalb Räume verfügen. Der Grund für diese ungewöhnliche Zahl findet sich in der östlichen Mythologie, die besagt, dass nur der über Himmelspalast 10000 Räume verfügen darf. Seit 1987 gehört die „Verbotene Stadt” zum UNESCO Weltkulturerbe.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der „Platz des himmlischen Friedens” im Zentrum der Stadt, der während der Kaiserzeit ebenfalls für alle gesperrt war. Dieser Ort präsentiert gleichsam den Übergang zwischen der „zivilen” Stadt und der Stadt der Kaiser. Nach der Freigabe für die Öffentlichkeit wurde der Platz gerne für Demonstrationen und Aufstände genutzt, da er sich aufgrund der Größe und der Lage hervorragend dafür eignet. Während der Spiele kann es daher vorkommen, dass Besucher an diesem Ort verstärkt kontrolliert werden.

Peking-Reisende, deren Hauptaugenmerk tagsüber auf den ausgetragenen Wettkämpfen liegt, können am späten Abend einen Ausflug in die zweite Ringstrasse der Stadt unternehmen. Während in den anderen Teilen Pekings die Geschäfte schließen und alle sich zur Ruhe begeben, öffnet hier der bekannte Nachtmarkt. Neben diversen Waren werden auch die schärfsten Gerichte Chinas angeboten, welche Mutige können. Der Straßenbereich, in welchen sich dieser Markt befindet wird die „Geisterstraße” genannt. Auch dieser Name liegt in der Mythologie begründet, denn es heißt, dass sich kein Lebender während der Dunkelheit außerhalb seiner vier Wände aufhält. Die Handeltreibenden mussten demnach Geister sein, die sich des Nachts umtrieben.

Wer  mobil ist, kann einen Tagesausflug zur Chinesischen Mauer unternehmen. Etwa 70 km nördlich der Hauptstadt liegt der Abschnitt Badaling, der von dem größten Teil der Touristen besichtigt wird.

Außer diesen Sehenswürdigkeiten gibt es noch diverse weitere, die einen Besuch lohnen. Neben den Flugtickets und Eintrittskarten sollte also auch ein Reiseführer Pekings erworben und ein kleiner Ausflug in die Stadt unternommen werden. Ein wenig Zeit wird es vor den wichtigen sportlichen Entscheidungen sicherlich geben.

jetzt kommentieren? 25. Juli 2008

Sicherheitsvorkehrungen während der Olympiade

Aufgrund der jüngsten Ereignisse während des Fackellaufes befürchten die Veranstalter Unruhen während der Spiele bis hin zu möglichen Terroranschlägen. Um etwaigen Anschlägen vorzubeugen, werden enorme Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Neben der Polizei werden dazu auch Kräfte der Staatssicherheit und der Volksbefreiungsarmee eingebunden.Bereits im Vorfeld wird in Peking an dem Bild der Stadt gearbeitet. Die Polizei wird verstärkt dazu angehalten, auffällige Personen zu kontrollieren und in den einschlägigen Vierteln unvorhergesehene Kontrollen durchzuführen. Auf diesem Weg sollen mögliche Terroristen frühzeitig dingfest gemacht werden. Wer ohne gültigen Pass aufgegriffen wird, muss gegebenenfalls mit einigen Tagen Haft rechnen. Diese Strafe wird besonders häufig bei ausländischen Gästen verhängt, jeder Olympia-Besucher sollte sich demnach in jeder Situation ausweisen können. Weiter ist Ausländern auch jegliche Teilnahme an Demonstrationen strengstens untersagt.

Doch auch im Rest des Stadtgebietes werden vermehrt Kontrollen durchgeführt, so werden Touristen willkürlich nach ihrer Aufenthaltsgenehmigung gefragt und die mitgeführten Taschen durchsucht. Im Zuge dieser Vorkehrungen werden auch Schüler und Studenten, deren Visum diesen Monat ausläuft, ausgewiesen und müssen von ihrem Heimatland aus ein neues beantragen. Auch die Post wird zunehmend kontrolliert und während der Spiele dürfen Fahrzeuge nur mit Sondergenehmigung in das Stadtgebiet einfahren.

Für die Sicherheit innerhalb der Stadien und Hallen sorgen verschärfte Einlasskontrollen. Doch auch rund um die Veranstaltungsorte werden Ordnungskräfte eingesetzt, die Demonstrationen und Versammlungen schnell und möglichst unauffällig auflösen sollen. Demonstrationen dürfen grundsätzlich nur mit Genehmigung und auf den dafür zur Verfügung gestellten Plätzen stattfinden. Darüber hinaus werden die eingesetzten Kräfte- Sicherheitspersonal genauso wie freiwillige Helfer- genauestens über den Verlauf im Fall einer Evakuierung unterrichtet.

Übrigens ist den Aktiven ebenfalls jegliche Zurschaustellung ihrer politischen Meinung strengstens untersagt. Mittelpunkt der Olympischen Spiele soll der Sport bleiben. Dennoch bestehen derzeit große Bedenken, dass die rechtlichen Auflagen und die überall präsenten Sicherheitskräfte den Spielen in ihrer Entfaltung entgegenwirken und die politischen Rahmenbedingungen zu sehr in den Vordergrund rücken.

jetzt kommentieren? 24. Juli 2008

Olympia 2008 - Ein Überblick

Nur noch rund zwei Wochen bis die Eröffnungszeremonie in Peking die Olympischen Sommerspiele einläutet. Die Planung ist soweit abgeschlossen, der Terminkalender steht, die Pferde befinden sich in Quarantäne und die Athleten sind eingekleidet.436 deutsche Sportler haben ihr Ticket nach China inzwischen in der Tasche und bereiten sich intensiv auf ihre Wettkämpfe vor. Jeder von ihnen hat sich hohe Ziele gesteckt, die sie unter den Augen der Welt erreichen möchten. Vor Ort werden die öffentlich-rechtlichen deutschen Sender mit 30 Kameras und mehreren hundert Reportern alle wichtigen Ereignisse dokumentieren. Durch die Zeitverschiebung von sechs Stunden werden in Deutschland jedoch die meisten Entscheidungswettkämpfe mitten in der Nacht übertragen. Die Kommentatoren vor Ort sind die Talkerin Sandra Maischberger und der Sportschaumoderator Ralf Scholt. Am Abend werden dann Zusammenfassungen der Ergebnisse, Ausblicke auf kommende Wettkämpfe und auch Eindrücke aus Peking ausgestrahlt. Da die Kontrolle über die ausgestrahlten Bilder nicht dem Gastgeberland unterliegt, kann eine durchaus kritischen Berichterstattung erwartet werden, die auch heikle Themen wie Doping und die politische Lage Chinas nicht außen vor lässt. Insgesamt sind über 300 Stunden Live-Übertragung geplant. Dabei wird keine Sportart ausgelassen, alle 302 Disziplinen finden Beachtung. Dies sind 12 mehr als bei der letzten Olympiade in Athen. Unter anderem finden nun Entscheidungen im 3000 Meter Hürdenlauf der Frauen, im 10 Kilometer Langstreckenschwimmen und in der Cross-Jagd auf BMX-Rädern statt. Für diese Disziplinen wurden jedoch andere gestrichen, so zum Beispiel zwei Wettkämpfe der Schützen. Die meisten Medaillenentscheidungen wird es mit 46 Wettbewerben im Schwimmen geben. In den Sportarten Softball und Baseball werden bei den diesjährigen Spielen das letzte Mal dabei sein, für die Olympiade in London sind sie nicht mehr vorgesehen.

Damit auch die Zuschauer vor Ort rechtzeitig zu den verschiedenen Hallen und Stadien finden, wurden 74 000 Freiwillige eingewiesen und vorbereitet. Auf fast alle Fragen rund um die Spiele kennen sie die richtigen Antworten. Jedoch kommt nur ein Bruchteil von ihnen nicht aus China- für den Besuch in Peking sollte also ein Wörterbuch im Gepäck nicht fehlen.

jetzt kommentieren? 24. Juli 2008

Dreispringer Charles Friedek doch für Olympia aufgestellt

Der deutsche Dreispringer Charles Friedek (Nummer 29 der Weltrangliste) aus dem Team Referenznetzwerk Leverkusen, wurde bei der Aufstellung des deutschen Olympiateams nicht berücksichtigt. Als Grund dafür nannte der DLV die Nichterbringung der für die Nominierung nötigen Leistungen. Um in das deutsche Olympiateam aufgenommen zu werden, mussten die Dreispringer entweder einmal die Weite von 17,10 Metern oder mindestens zweimal die Weite von 17,00 Metern gesprungen sein. Friedek konnte beim Qualifikationssportfest in Wesel die erforderliche Weite zweimal bewältigen, jedoch wurde seine Freude jäh getrübt, als der DLV danach verlauten ließ, dass die erforderliche Weite zwar zweimal erreicht werden muss, aber bei zwei verschiedenen Veranstaltungen. Friedek dagegen habe beide Sprünge auf nur einer Veranstaltung absolviert, weshalb nur einer gewertet werde. Der Passus der zur Stützung herangezogenen offiziellen Richtlinien sagt jedoch nicht zweifelsfrei aus, ob die erforderlichen Sprünge in einer oder in zwei verschiedenen Veranstaltungen zu erbringen sind.Auch sein nächster Sprung, welcher der Mindestanforderung entspräche (17,09 Meter in Luzern), geht nicht in die Qualifikation mit ein, da hier der stark wehende Wind mit 2,3 m/s den Sprung außergewöhnlich begünstigte.

Der Vorschlag einer außergerichtlichen Einigung wurde vom DLV abgelehnt, weshalb Charles Friedek über das Sportgericht eine einstweilige Verfügung für seine Aufstellung für die Olympiade in Peking erwirken musste. Die Sicht des Sportgerichtes folgt der des Athleten; der DLV muss Friedek nun dem DOSB für die Spiele vorschlagen.

Diese Erschwernis trübt die Laune des inzwischen 36-jährigen, den die Kritiker längst schon zum alten Eisen der deutschen Leichtathleten zählen. Die Teilnahme an den diesjährigen Spielen wäre für Friedek die vierte Olympiateilnahme. Er möchte diese Chance nutzen, um seine Berechtigung zur Teilnahme zu demonstrieren und seine Kritiker eines Besseren zu belehren.

jetzt kommentieren? 22. Juli 2008

Sieg und Niederlage in Los Angeles

Wie nahe Sieg und Niederlage bei den Olympischen Spielen beieinander liegen, erlebte der deutsche Schwimmer Thomas Fahrner bei den Spielen 1984 in Los Angeles. Der damals 21-jährige ging als deutscher Favorit für die Goldmedaille im 400 Meter Freistil der Männer an den Start. Gerne wollte er im Entscheidungsrennen auf einer der äußeren Bahnen schwimmen, auf welchen die beiden langsamsten Schwimmer aus den Vorlaufrennen starten. Deshalb ließ er sich in seinem Vorlaufrennen im 400 Meter Freistil bewusst Zeit, eine Platzierung als siebter oder achter reichte ihm vollkommen. Jedoch verschätzte sich Fahrner und schlug erst als neunter Schwimmer an. Der große Traum vom olympischen Gold in einer Einzeldisziplin war geplatzt.Was darauf folgte, gab es kein zweites Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele. Da noch Zeit vorhanden war und die Zuschauer für ihr Eintrittsgeld etwas geboten bekommen sollten, wurde für die Disziplin 400 Meter Freistil der Männer ein B-Finalrennen angesetzt, in welchem die acht nicht für das Finale platzierten Athleten starteten. Unter ihnen Thomas Fahrner, der dieses Rennen deutlich für sich entschied. Doch entgegen dem sonstigen Jubel und Beifall blieb es still im Publikum. Es herrschte Betretenheit: Thomas Fahrner hatte mit einer Zeit von 3:50,91 Minuten die Zeit des Amerikaners George Dicarlo, der als Sieger aus dem A-Finale hervorging, unterboten und war sogar neuen olympischen Rekord geschwommen.

Zwar gewann er in Los Angeles zwei Medaillen, Silber zusammen mit der Mannschaft in der Staffel über 200 Meter Freistil und Bronze im Einzelrennen über 200 Meter Freistil, doch sicherlich wird bei der Rückreise die Enttäuschung über den so knapp verpassten Sieg überwogen haben.

Vier Jahre später startete Fahrner bei den Spielen in Seoul und gewann mit der deutschen Mannschaft die Bronze-Medaille in der Staffel über 200 Meter Freistil. Eine olympische Goldmedaille konnte er jedoch nicht erringen.

jetzt kommentieren? 21. Juli 2008

Die Olympischen Sommerspiele in Berlin 1936

Nachdem bereits die Olympischen Spiele 1916 aufgrund des Ersten Weltkrieges nicht in Berlin stattfinden konnten, bewarb sich Berlin im Jahr 1925 ein weiteres Mal als Austragungsort der Olympischen Spiele. In der finalen Stichwahl zwischen Barcelona und Berlin gewann Berlin schließlich die Wahl. Somit sollten die Olympischen Sommerspiele im Jahr 1936 in Berlin stattfinden.

Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 forderten einige Länder, vor allem die USA, einen Boykott der Spiele in Deutschland. Aufgrund der außenpolitischen Interessen versicherte Deutschland jedoch die Wahrung der „Olympischen Ideen” und garantierte somit die Chancengleichheit aller Teilnehmer, unabhängig von Herkunft und Konfession. Bei der Abstimmung des Amerikanischen Atheletenverbandes, ob ein Boykott der Spiele stattfinden solle, wurde schließlich beschlossen, an den Spielen teilzunehmen. Ein Großteil der Nationen, welche einen Boykott geplant hatten, schlossen sich dieser Meinung an, wodurch die Olympischen Spiele wie geplant stattfinden konnten.

Die nationalsozialistische Führung Deutschlands nutzte die Olympischen Spiele und die damit verbundene Aufmerksamkeit  der Medien dennoch für Propagandamaßnahmen, um die Welt von ihren tatsächlichen Machenschaften abzulenken. Sie erlaubte nicht nur, ausländischen Sportler „nicht-arischer” Konfessionen teilzunehmen, sondern offiziell auch den deutschen jüdischen Sportlern. Sämtliche Hinweise auf Antisemitismus wurden entfernt, wie etwa Schilder mit der Aufschrift „Juden unerwünscht”. Ebenso unterlagen bekannte antisemitische Zeitungen vor ihrer Veröffentlichung einer Zensur durch staatliche Ministerien. Verstöße gegen diese Maßnahmen wurden polizeilich verfolgt. Die Absicht, das damalige nationalsozialistische Deutschland als eine friedliche, aufstrebende Nation darzustellen, sollte durch nichts eingeschränkt werden.

Weiterhin feierten die Olympischen Spiele 1936 eine Premiere. Erstmalig wurden die Sportereignisse live per Radio in über 30 Ländern auf sämtlichen Kontinenten, abgesehen von Australien, übertragen. Außerdem wurden erstmals Fernseh-Kameras in den Austragunsstätten aufgestellt. Jedoch brachten diese Kameras kaum Nutzen für die Allgemeinheit, da zu der damaligen Zeit kaum ein privater Haushalt einen eigenen Fernseher besaß.

Insgesamt waren die Olympischen Spiele 1936 in Berlin nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, sondern halfen den Nationalsozialisten auch, von ihren eigentlichen Zielen abzulenken.

jetzt kommentieren? 21. Juli 2008

Der olympische Frieden

Wie der Großteil des olympischen Zeremoniells hat auch der Olympische Frieden seinen Ursprung in der Antike. Bereits zu den ersten Spielen schlossen griechische Stämme ein Abkommen, welches die sicherer An- und Abreise der Sportler und Zuschauer und den friedlichen Ablauf der Wettkämpfe gewährleisten sollte. Bereits einige Monate vor Beginn der Veranstaltung trat diese Waffenruhe in Kraft und dauerte, bis auch der letzte Athlet seinen Heimatort gesund erreicht hatte. Dieser Pakt sollte den Sportlern auch im Land des Feindes unbedingten Schutz gewähren. Hinter dem Abkommen stand der Gedanke, die Wettkämpfe für alle auch nach außen hin als heilig zu kennzeichnen; die Spiele fanden zu Ehren der Götter statt, und ihnen zu Ehren sollten sie ungestört von politischem Zwist abgehalten werden. Jedoch wurde der olympische Frieden mehrmals gestört, denn die Arkadier und die Spartaner griffen den Austragungsort Elis an um auf diese Weise die Spiele an sich zu reißen. Gelungen ist es ihnen jedoch nicht. Bis zu ihrer Abschaffung durch den ersten christlichen Kaiser im Jahr 394 n. Chr. wurden die Spiele in Elis ausgetragen.

Mit Wiedereinführung der Olympischen Spiele wurde auch der Gedanke des olympischen Friedens wieder belebt. Die Umsetzung ist jedoch keineswegs einfacher geworden. Immer wieder wurde die Veranstaltung von politischen Ereignissen überschattet. So wurden im Jahr 1972 bei den Spielen in München insgesamt elf israelische Sportler von Mitgliedern der palästinensischen Organisation „Schwarzer September” erst als Geiseln genommen und später getötet. Hintergrund war die Hoffnung der Palästinenser, die israelische Regierung durch diese Gefangennahme dazu bewegen zu können, palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen frei zu lassen. Die israelische Regierung ließ sich jedoch auf keinen Handel ein.

Die Spiele 1980 in Moskau wurden von insgesamt 64 Staaten boykottiert. Hintergrund war der umstrittene Einmarsch sowjetischer Truppen ins benachbarte Afghanistan mit dem Ziel, die amtierende Staatsmacht zu stürzen. Der Boykott rief keine Änderung der politischen Situation hervor, einzige Antwort war die darauf folgende Nichtteilnahme vieler Ostblockstaaten an der Olympiade 1984 in Los Angeles.

Nun wird ein sportliches Ereignis keineswegs direkten Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen oder gar Frieden auf der Welt schaffen können, trotzdem kann Sport verbinden, wie gerade bei der Fußball-WM erlebt. Menschen unterschiedlicher Nationen erlebten die spannenden Spiele gemeinsam, erfreuten sich an den Leistungen der Mannschaften, gratulierten und trösteten sich. Dieser Friede im Kleinen wird sicherlich auch während der Olympischen Spiele in Peking die Welt wieder ein wenig zusammenrücken lassen.

jetzt kommentieren? 20. Juli 2008

Luz Long und Jesse Owens

Olympia ist eine Veranstaltung, in der aufgrund der Größe die Erlebnisse Einzelner meist untergehen. Nicht so jedoch die Geschichte von Luz Long und Jesse Owens.Die beiden Sportler fanden sich 1936 als Widersacher zu den Olympischen Spielen in Berlin ein, wo sie im Weitsprung gegeneinander antraten. Während Luz Long sich ohne Schwierigkeiten für das Finale in dieser Disziplin qualifizierte, hatte Jesse Owens Probleme mit seinem Anlauf. Nach dem zweiten ungültigen Versuch nahm Long seinen Konkurrenten zur Seite und gab ihm wertvolle Tipps, die dieser in seinem dritten Versuch umsetzte und so ebenfalls den Sprung ins Finale schaffte.

Am Ende ging Jesse Owens mit einer gesprungen Weite von 8,06 Metern als Sieger aus dem Wettkampf hervor, Luz Long unterlag knapp mit 7,87 Metern und erhielt die Silbermedaille. Doch statt sich darüber zu ärgern, gratulierte Long dem Sieger. Viele Jahre später verlieh das Internationalen Olympischen Komitee Luz Long posthum für sein vorbildliches Verhalten die Pierre-de-Coubertin-Madaille. Diese Auszeichnung gilt als die höchste unter Sportlern.

Jesse Owens konnte bei den Spielen in Berlin über seinen Erfolg im Weitsprung hinaus auch im Kurzstreckenlauf über 100 und 200 Meter und im Staffellauf Goldmedaillen in Empfang nehmen. Vor allem die Tatsache, dass er diese Triumphe vor den Augen Adolf Hitlers feierte, brachte dem schwarzen Läufer den Status des Superstars ein. Nach der äußerst erfolgreichen Teilnahme an den Olympischen Spielen gab Owens seine Karriere als Leistungssportler jedoch auf und wechselte ins Showgeschäft. Von nun an trat er in Schauläufen gegen andere Läufer und sogar gegen Pferde an. Mehr über sein bewegtes Leben kann in der Autobiographie „The Jesse Owens Story” nachgelesen werde, die 1970- allerdings nur in Englisch- erschien.

Den Sportlern zum Andenken wurden Straßen nach ihnen benannt: Zum einen die Jesse-Owens-Allee in der Nähe des Berliner Olympiastadions, zum anderen der Luz-Long-Weg nahe der Universität Leipzig.

Trotz der Freundschaft, welche sich bei der Olympiade 1936 zwischen den Sportlern entwickelte, haben sich die beiden Männer nicht noch einmal gesehen, denn Luz Long starb 1943 während des 2. Weltkrieges auf Sizilien.

jetzt kommentieren? 18. Juli 2008

Der olympische Eid

Bereits bei den Olympischen Spielen der Antike war es Tradition, dass die Athleten schworen, die Regeln der Wettkämpfe zu achten und sich den Mitstreitern gegenüber fair zu zeigen.Bei den Spielen 1920 in Antwerpen wurde dieser Brauch wieder eingeführt. Seither wird vor Beginn der Sommer- und auch der Winterspiele der Olympische Eid geschworen. Durch die Größe der Veranstaltung ist es nicht möglich, dass jeder Sportler den Eid persönlich ablegt, deshalb spricht einer der Athleten des Austragungslandes den Schwur stellvertretend für alle Teilnehmer in der Amtssprache. In Antwerpen fiel diese Ehre dem Fechter Victor Boin zu. Er sprach die Worte, die lange Zeit der offizielle Eid der Olympischen Spiele blieben: „Wir schwören, dass wir an den Olympischen Spielen als ehrenwerte Kämpfer teilnehmen, die Regeln der Spiele achten und uns bemühen werden, ritterliche Gesinnung zu zeigen, zur Ehre unseres Vaterlandes und zum Ruhme des Sports.”

Im Jahr 1964, bei den Spielen in Tokio, wurde eine andere Version des Eides eingeführt. Von nun an lautete er: „Im Namen aller Teilnehmer verspreche ich, dass wir uns bei den Olympischen Spielen als loyale Wettkämpfer erweisen, ihre Regeln achten und teilnehmen im ritterlichen Geist zum Ruhme des Sports und zur Ehre unserer Mannschaften.”

Eine weitere Neuerung gab es im Jahr 2000, als die Spiele in Sydney stattfanden. Die Zunahme des Dopings unter den Sportlern gab Anlass, den Eid um eine Passage zu erweitern, welche die Abkehr von Aufputschmitteln beinhaltet: „Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft.”

Ebenfalls Tradition ist es, auch die Schiedsrichter ihre Unvoreingenommenheit schwören zu lassen: „Bei meiner Ehre erkläre ich, dass ich mich als Kampfrichter nur vom Geiste der sportlichen Fairness und der Würde des Sports leiten lassen werde. Ich verpflichte mich, die gezeigten Leistungen ohne Rücksicht auf die Person oder die Nation gewissenhaft zu beurteilen.”

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich weder die Athleten noch die Unparteiischen unbedingt an den geleisteten Schwur halten. Auch bei den bevorstehenden Spielen wird wieder der Olympische Eid geleistet. Es bleibt abzuwarten, wie ernst er in diesem Jahr genommen wird.

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