Tagesarchiv für den 07. Juni 2008

Peking noch nicht ausgebucht

Die Betten für die olympischen Sommerspiele in Peking sind noch nicht vollkommen belegt.Mögliche Gründe gibt es viele: die verschärften Visa-Vergaben könnten eine Rolle spielen, genauso die negativen Schlagzeilen oder die hohen Preise.

Uns allen ist wahrscheinlich noch die Schneekatastrophe im Jänner diesen Jahres in Erinnerung, wo es vielerorts zu einem Verkehrschaos gekommen ist. Im März folgten dann die Unruhen rund um Tibet und anschließend war da noch das große Erdbeben unter dem mindestens 70.000 Menschen den Tod fanden. Viele Touristen haben nach dem Erdbeben ihre China-Reise abgesagt.

Nicht zu vergessen sind auch die Terrordrohungen gegen die olympischen Spiele die sicherlich den einen oder anderen ernsthaft über die geplante Reise nach China nachdenken haben lassen.

Die Visa-Vergabe wurde aus dem Grund erschwert, weil China Tibet-Aktivisten und Exil-Tibeter aus dem Land fern halten will, um den Ruf der Spiele in ihrem Land nicht zu gefährden. Das betrifft nicht nur Besucher der olympischen Spiele, auch Geschäftsleute sind von den neuen Bestimmungen verwirrt. So muss jeder, der ein Visa haben will, unter anderem eine Hotelbuchungsbestätigung vorweisen können, zusätzlich zu den sonst erforderlichen Dokumenten.

Diese Entwicklung lässt sich auch bereits in Zahlen ausdrücken. So hat die Zahl der Touristen aus Taiwan und Hongkong schon um 25 bzw. 35 Prozent abgenommen. Ob das allerdings direkt mit den erschwerten Visa-Bestimmungen zusammenhängt, kann man nicht sagen. Nichts desto trotz hat die Zahl der ausländischen Touristen, die nach Peking reisten,  im April um 5,3 Prozent abgenommen.

Das betrifft nicht nur Mittelklasse-Hotels. Auch die teuren Hotels der gehobenen Klasse sind für den Zeitraum rund um die Spiele teilweise bei Weitem noch nicht ausgebucht. Fast 25 Prozent der Fünf-Sterne-Hotels in der Hauptstadt sind noch nicht belegt, bei den Vier-Sterne-Unterkünften beläuft sich das sogar auf mehr als 50 Prozent. Am schlimmsten betroffen sind allerdings die Hotels niedrigerer Klasse, wo die Hälfte an freien Betten noch weit überschritten wird.

Wie schon erwähnt, dürften auch die hohen Preise, die während der olympischen Spiele in Peking zu zahlen sind, ein wichtiger Grund sein, warum der große Ansturm bisher ausbleibt. In Fünf-Sterne-Unterkünften kosten die Zimmer das Dreifache vom Normalpreis, in Vier-Sterne-Hotels teilweise sogar das Vierfache.

Bleibt zu hoffen, dass die Stimmung während den Spielen unter diesem Trend nicht all zu sehr zu leiden hat.

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Doch kein Rauchverbot in Peking

Nachdem zuvor lange ein Rauchverbot während den olympischen Spielen im Gespräch war, wurde nun doch beschlossen das Rauchverbot für Restaurants aufzuheben. Der Grund ist ganz einfach: Man befürchte hohe Umsatzeinbusen und um dem entgegenzuwirken wurde eben für Restaurants eine Ausnahme von den Vorschriften gemacht.Eigentlich wurde am 1. Mai beschlossen, dass ein generelles Rauchverbot während der olympischen Spiele herrschen solle. Die extra für Restaurants getroffene Ausnahme gilt allerdings nur, wenn ein separater Nicht-Raucher-Teil in den jeweiligen Restaurants eingerichtet wird. Somit wurde versucht einen Kompromiss zu finden.

Ein Verstoß gegen die neue, abgeschwächte Verordnung wird allerdings für chinesische Verhältnisse recht teuer. Es drohen Strafen von bis zu 5.000 Yuan (das sind umgerechnet ungefähr 450 Euro). Die Umsetzung gestalte sich allerdings als schwierig. Medien hingegen fordern, dass auch Internet-Cafés und Bars von der Regelung ausgenommen werden sollen, da diese meist keinen Platz für einen Nicht-Raucher-Teil haben.

In China leben rund 350 Millionen Raucher. Das Rauchverbot gilt weiterhin in Regierungsbüros, Krankenhäusern, Sportstätten und ebenfalls in Museen. Darüber hinaus wird auch über ein Rauchverbot in Schulen nachgedacht.

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